22. Juli 2008, 18:58 Uhr

Universität gibt Versuchsgut in Rudlos 2009 auf

Gießen/Lauterbach (pd). Die Justus-Liebig-Universität will sich Ende 2009 von ihrem Versuchsgut in Rudlos trennen. Eigentlich läuft der Pachtvertrag mit dem Betrieb in dem Lauterbacher Stadtteil aber noch bis 2020. Wie Universitäts-Vizepräsident Prof. Joybrato Mukherjee jetzt auf Anfrage bestätigte, ist das Ende eines langfristigen Sonderforschungsbereichs (SFB 299) im kommenden Jahr der Hauptgrund für die Trennung.
22. Juli 2008, 18:58 Uhr
Wird Ende 2009 nicht mehr zur Universität gehören: Das Lehr- und Versuchsgut im Lauterbacher Stadtteil Rudlos. (Foto: au)

Gießen/Lauterbach (pd). Die Justus-Liebig-Universität will sich Ende 2009 von ihrem Versuchsgut in Rudlos trennen. Eigentlich läuft der Pachtvertrag mit dem Betrieb in dem Lauterbacher Stadtteil aber noch bis 2020. Wie Universitäts-Vizepräsident Prof. Joybrato Mukherjee jetzt auf Anfrage bestätigte, ist das Ende eines langfristigen Sonderforschungsbereichs (SFB 299) im kommenden Jahr der Hauptgrund für die Trennung. »Das Versuchsgut ist sehr kostenintensiv«, bekräftigte der Vizepräsident. Einzelheiten sollen bei einer Personalversammlung am morgigen Donnerstag erörtert werden. In der kommenden Woche stehen zudem Gespräche mit dem Eigentümer des Versuchsguts, dem Nassauischen Zentralstudienfonds in Darmstadt, auf dem Programm. Dabei soll die Frage eines von der Universität zu benennenden Nachpächters geklärt werden.

Die Gießener Hochschule hat das Gut in Rudlos, auf dem eine Fläche von 430 Hektar bewirtschaftet wird, seit 1966 gepachtet. Seit zwölf Jahren wird der erwähnte Sonderforschungsbereich mit Mitteln der Deutschen Forschungsgesellschaft finanziert. Bei den Forschungsarbeiten geht es um Zuchtversuche mit dem dortigen Viehbestand. Im Rahmen des SFB werden rund 300 Mutterkühe betreut. Auf dem Forschungsprogramm stehen außerdem Fütterungsversuche mit etwa 700 Mastschweinen. »Für die Erfordernisse des Sonderforschungsbereichs hätte unser Betrieb am Oberen Hardthof nicht ausgereicht«, verwies Mukherjee auf die umfangreichen Forschungsarbeiten des Instituts für Tierzucht und Haustiergenetik. Da die Universität vom Land Hessen angehalten worden sei, ihre Einrichtungen möglichst sparsam zu betreiben, werde man sich nach Auslaufen des SFB von Rudlos trennen. Es werde allerdings keine Kündigung für die insgesamt zwölf Mitarbeiter geben, zu denen auch zwei Auszubildende gehören. Welche Alternativen es an der Universität für die Betroffenen gibt, wird Gegenstand der morgigen Personalversammlung sein, kündigte der Vizepräsident an. Man habe auch Kontakt zu Kommunalpolitikern im Raum Lauterbach aufgenommen, um Beschäftigungsmöglichkeiten vor Ort auszuloten. Nicht jeder könne problemlos die Fahrt zum Arbeitsplatz nach Gießen auf sich nehmen. Wie wichtig dieses Thema für die Universität sei, werde auch dadurch deutlich, dass Präsident Prof. Stefan Hormuth vor kurzem persönlich in Rudlos Gespräche mit Verwaltung und Mitarbeitern geführt habe. Für künftige Projekte im Bereich Tierzucht stünden im Oberen Hardthof genügend Ressourcen zur Verfügung, so Mukherjee weiter.

Der Vizepäsident geht nicht davon aus, dass die Gespräche mit dem Verpächter in der kommenden Woche bereits zum Abschluss kommen werde. Er erinnerte daran, dass der Hochschule ein so genanntes Zessionsrecht zusteht. Danach kann sie den Pachtvertrag bei Nennung eines geeigneten Nachfolgers vorzeitig kündigen.

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