05. September 2011, 20:05 Uhr

Uniklinikum weist Vorwurf zu Hygienemängeln zurück

Gießen/Marburg (dpa/si). Das Universitätsklinikum Gießen und Marburg wehrt sich gegen Vorwürfe, es gebe Hygienemängel in der Einrichtung.
05. September 2011, 20:05 Uhr

»Der Hygienestandard in unserem Haus ist auf universitärem Niveau und wird täglich durch zwei eigene Hygieneinstitute kontrolliert«, erklärte ein Sprecher. Auch seien weder direkte noch anonyme Hinweise von Mitarbeitern über Versäumnisse bekannt.

Nach einem Fernsehbericht des Hessischen Rundfunks soll es wegen Personalmangels zu Problemen bei den Hygienestandards in dem Universitätsklinikum gekommen sein. Das Magazin »Defacto« berief sich bei seiner Darstellung am Sonntagabend auf eine Pflegekraft. Demnach könnten Patienten, die sich den gefährlichen Krankenhauskeim MRSA zugezogen hätten, nicht angemessen gewaschen und medizinische Geräte nicht ausreichend desinfiziert werden.

Die Pflegekraft sagte dem Sender, sie habe selbst Dokumentationen manipuliert, indem sie bestimmte Tätigkeiten protokolliert habe, die sie aber nur teilweise erledigen konnte. Der Klinikleitung seien die Zustände bekannt. Mehrfach habe man sich an den ärztlichen Direktor gewandt und ihn darauf hingewiesen, dass das Personal mit seiner Zeit nicht hinkomme.

Das Uniklinikum Gießen und Marburg betonte dagegen, die personelle Ausstattung beim Pflegepersonal entspreche den bundesweiten Standards. »Jede Mitarbeiterin, jeder Mitarbeiter hat die Möglichkeit und die Pflicht, sich an Vorgesetzte oder die Geschäftsführung zu wenden, wenn Dienstanweisungen nicht umgesetzt werden können. Dies ist nicht geschehen«, so der Sprecher.

Nach Angaben des Klinikums hatte der Hessische Rundfunk der Geschäftsführung vor der Sendung mehrere Fragen zu dem Fall vorgelegt, das Haus habe alles getan, um sie zu beantworten. In dem Fernsehbeitrag seien dann aber weitere Vorwürfe genannt geworden, die vorher gar nicht angesprochen worden seien. Deshalb habe man ihnen nicht nachgehen können. Das sei sehr bedauerlich, so die Klinikumsleitung.

Die Landtagsfraktion der Grünen forderte derweil von Gesundheitsminister Stefan Grüttner eine umgehende Prüfung der hygienischen Zustände am mittelhessischen Uniklinikum. Innerhalb weniger Monate hätten sich erst Oberärzte, Rettungssanitäter und jetzt eine Pflegekraft an die Öffentlichkeit gewandt und von unhaltbaren Zuständen gesprochen. Deshalb habe die Grünen-Fraktion den Minister gebeten, den Landtag über seine Erkenntnisse und eventuell eingeleitete Maßnahmen zu informieren, heißt es in einer Pressemitteilung.

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