24. April 2018, 21:52 Uhr

»Übergriffe sind Einzelfälle«

24. April 2018, 21:52 Uhr

Beschimpfungen und Misshandlungen behinderter Kinder im Rahmen der Beförderung zur Martin-Buber-Schule seien Ausnahmen. Das sagt Jörg Richstein, Vorsitzender des Elternbeirats der Förderschule in der Gießener Carl-Franz-Straße. Der Vater eines Schülers der Martin-Buber-Schule reagiert damit auf einen Bericht dieser Zeitung. In der Ausgabe vom 23. April hatte die GAZ über Missstände im Rahmen der Beförderung berichtet. In mindestens zwei Fällen war es zu verbalen und körperlichen Übergriffen von Fahrern auf Schüler gekommen. Schuldezernentin Christiane Schmahl hatte dieses Fehlverhalten bestätigt und berichtet, dass der Landkreis in Zusammenarbeit mit den Beförderungsunternehmen Konsequenzen gezogen habe, mit dem Ergebnis, dass beide Fahrer nicht mehr für Fahrten zur Martin-Buber-Schule eingesetzt werden.

Richstein, dessen Sohn selbst seit elf Jahren regelmäßig den Fahrdienst nutzt, ist bemüht, zu unterstreichen, dass es sich bei den Übergriffen um Einzelfälle handelt. »Wir zum Beispiel haben einen ganz tollen Fahrer, der sich rührend kümmert. Unser Sohn mag ihn sehr«, sagt Richstein. »Der sich aus dem Artikel ergebende Eindruck, dass Schülerinnen und Schüler der Martin-Buber-Schule gehäuft Übergriffen beim Bustransport ausgesetzt sind, ist nicht richtig.«

In einer Umfrage, die der Schulelternbeirat über die Zufriedenheit sowohl mit dem Bustransport als auch der Versorgung mit Integrationshelfern im vergangenen Jahr durchgeführt hat, habe sich keinerlei signifikante Häufung von Aggressionen von Fahrern gegenüber den Kindern und Jugendlichen ergeben. Vielmehr seien die allermeisten Eltern »sehr zufrieden mit dem Transport und auch der Schule selbst«. Richstein weist außerdem darauf hin, dass sich den Fahrern im Umgang mit den Kindern häufig eine besondere Herausforderung stelle.

»Natürlich ist jede Art von Angriffen auf die oft schwerstbehinderten Schüler vollkommen inakzeptabel. In den besagten Fällen wurde das auch entsprechend geahndet. Es ist aber falsch, von einer generellen Aggression des Personals der Busgesellschaften gegenüber den Kindern auszugehen«, sagt Richstein und bricht damit eine Lanze für den überwiegenden Teil der Beschäftigten.

Um den Umgang mit Behinderten auch während des Transports zu verbessern und möglichen Fehlhandlungen vorzubeugen, habe der Schulelternbeirat dem Landkreis und der Stadt erst vor Kurzem vorgeschlagen, entsprechende Seminare für die Fahrer zu organisieren, um diese auf schwierige Situationen während des Transports der »besonderen jungen Menschen« vorzubereiten.

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