Trommelwirbel für den »Glücksfall«

01. Mai 2018, 17:58 Uhr
Sofia Ott (r.) gab die Geschäftsführung des ZiBB am Montag nach 22 Jahren an Anna Sophie Bühne ab. (Foto: mö)

Es war wie ein Schnelldurchlauf der letzten 22 Jahre, die das Zentrum für interkulturelle Bildung und Begegnung (ZiBB) mittlerweile alt ist. Es wurde erzählt, musiziert, zitiert, über Kochrezepte geplaudert und eine Weltreise unternommen. Und dazwischen wurden immer wieder Lobeshymnen auf Dr. Sofia Ott, die Mitgründerin und bislang einzige Geschäftsführerin des Zentrums in der Hannah-Arendt-Straße, gesungen. Zum 1. Mai gab sie die Leitung an Anna Sophie Bühne ab.

Es war eine illustre Gesellschaft, die sich am Montagmittag im Saal des ZiBB zusammengefunden hatte. Ein bisschen wie das Who’s who der ersten rot-grünen Stadtkoalition, die ab 1985 das politische Klima schuf, in dem sich zehn Jahre später der multikulturelle Verein für interkulturelle Bildung und Begegnung (ViBB) mit dem Zentrum in den früheren Pendleton Barracks gründete. Geburtshelfer wie der heutige SPD-Landtagsabgeordnete Gerhard Merz, der frühere Ausländerbeirats-Geschäftsführer Sadullah Gülec, Drosia Tanriverdi oder Ex-Frauenbeauftragte Ursula Passarge durften da nicht fehlen.

»Hingabe, Leidenschaft, Herzblut«

»Es war eine ganz, ganz tolle Zeit und Zusammenarbeit. Wir sind dabei auch Freunde geworden«, sagte Gülec für die früheren und amtierenden Mitglieder des ViBB. Auch Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz gehört zu dieser ersten rot-grünen Generation und ist mit dem ZiBB politisch quasi groß geworden. »Lange bevor das Wort interkulturell in Mode kam, wurde das Zusammenleben verschiedener Kulturen hier praktiziert«, sagte Grabe-Bolz. Ott habe das Zentrum von Anfang an »voller Hingabe mit Leidenschaft und Herzblut« geleitet und sei ein »Glücksfall« für den Verein und das Zentrum gewesen. Das ZiBB könne sich glücklich schätzen, dass Ott im Verein ehrenamtlich weiterarbeiten werde. Bei Anna Bühne, die aus der Erwachsenenbildung kommt und zuletzt Leiterin des Selbstlernzentrums in der Nordstadt und des Zaug-Grundbildungszentrums war, liege das ZiBB »in guten Händen«, erklärte die OB.

Eine »klare Zielsetzung, viel Einfühlungsvermögen und Kompetenz in der Sache« bescheinigte Integrationsdezernentin Astrid Eibelshäuser der scheidenden Geschäftsführerin und fügte hinzu: »Du hast unzählige Begegnungen ermöglicht.«

Neues Wohngebiet in Nachbarschaft

Einen Trommelwirbel entfachte Nader Madjidian mit seinen Schützlingen aus der Awo-Wohngruppe für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge in der benachbarten Marshall-Siedlung. Auch Madjidian kennt das ZiBB seit den Anfängen: »Wir brauchen weniger Abschiebezentren und mehr ZiBB-Zentren.«

Als »Lottogewinn« bezeichnete Ursula Passarge Otts Engagement für das ZiBB.

Für den Ausländerbeirat überreichte die stellvertretende Vorsitzende Eden Tesfaghiorghis Blumen an Ott.

Die bedankte sich nicht nur bei allen Gratulanten, sondern für die gesamten 22 Jahre an der Spitze des Zentrums. »Diese Aufgabe hier war für mich eine unglaubliche Chance, in Deutschland Fuß zu fassen«, sagte Ott, die damals gerade aus Kasachstan eingewandert war.

Auf ihre Nachfolgerin Anna Bühne kommt unter anderem die Herausforderung zu, das ZiBB mit dem neuen Wohngebiet, das in den nächsten Jahren hinter der Hannah-Arendt-Straße auf dem früheren Motorpool-Areal entstehen wird, zusammenzuführen.

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