07. März 2018, 20:56 Uhr

Strahlenärmste Anlage der Welt

07. März 2018, 20:56 Uhr
Die Professoren Jux (l.) und Markus Khalil freuen sich mit (v. l.) Schwester Katja, Vanessa Heymann (MTA) und Lea Steinmüller (MFA) über den Herzkatheter-Messplatz. (Foto: pd)

Die Strahlenbelastung wird deutlich reduziert, Diagnose und Behandlung der kleinen Patienten werden signifikant erleichtert und verbessert. Seit Anfang des Jahres gibt es im Kinderherzzentrum des Universitätsklinikums Gießen und Marburg (UKGM) einen neuen Herzkathetermessplatz. Das neue Großgerät löst nach knapp 15 Jahren seinen Vorgänger ab – sehr zur Freude der Abteilung Kinderkardiologie und ihres Leiters Prof. Christian Jux. Der Kardiologe bezeichnete das neue Gerät als »strahlenärmste Anlage der Welt«. Bundesweit gibt es diesen speziellen Kinder-Herzmessplatz nur in Gießen und Stuttgart.

Im Vergleich zu der 2003 an gleicher Stelle installierten Anlage bietet der Herzkatheter-Messplatz eine um ein Drittel reduzierte Strahlung. »Gerade für Kinder, die oft mehrfach untersucht werden, aber auch für unsere Mitarbeiter ist diese Strahlenreduzierung sehr wichtig«, bekräftigte Jux. Der große Bildschirm über dem Messplatz kann beliebig konfiguriert werden. Während der Untersuchung können Ultraschall, MRT oder andere Informationen auf das Display projiziert werden.

600 Behandlungen im Jahr

Der Herzkatheter-Messplatz ist eine Diagnose und Behandlungseinheit. Unter Röntgendurchleuchtung können die Kardiologen hier mit einem minimalinvasiven Eingriff viele Funktionen des Herzens und der Herzkranzgefäße untersuchen.

Zu den großen Vorteilen des neuen Geräts gehört die Möglichkeit der Rotationsangiografie. Dabei fährt der Röntgenarm um 180 Grad um das Kind herum. Per Computer kann das Bild des Herzens oder der Lunge so dreidimensional rekonstruiert werden. »Dadurch lässt sich die räumliche Beziehung der Gefäße zueinander viel besser erkennen«, erklärte der Abteilungsleiter. Durch die dreidimensionale Betrachtung können komplexe Gefäßfehlbildungen der Hauptschlagader oder der Lungenschlagader zudem wesentlich präziser behandelt werden, etwa durch die Beseitigung von Engstellen oder das Setzen von Stents.

Ein großer Vorteil bei Diagnose und Behandlung ergibt sich zudem aus der Tatsache, dass bereits vorhandene Bilder aus der Magnetresonanztomografie (MRT) und die aktuelle Röntgendurchleuchtung übereinander gelegt werden können, sodass sich Eingriffe bereits im Vorfeld detailliert, individuell und exakt planen lassen. »Die Behandlung wird erleichtert und die Erfolgschancen für die jungen Patienten vergrößert«, fasste Jux zusammen.

Rund 600 Diagnosen und Behandlungen werden jährlich am neuen Herzkatheter-Messplatz vorgenommen. Die Kosten für das neue Großgerät liegen nach Angaben des Leiters der Kinderkardiologie im niedrigen siebenstelligen Bereich.

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