28. März 2017, 06:00 Uhr

Variokan

Starthilfe für Gießener Jungunternehmer

Zwei junge Gießener wollen das Kanalnetz revolutionieren. Nach einem Artikel über die beiden Existenzgründer in unserer Zeitung will ein Leser sie mit einer hohen Summe unterstützen.
28. März 2017, 06:00 Uhr
Ivana Hrisova (r.) und Pierre Büttner (l.) zeigen Werner Helmig ihre Geschäftsidee am Modell. (Foto: srs)

Vor wenigen Tagen haben wir über die Jungunternehmer Ivana Hrisova und Pierre Büttner berichtet, die ein Abwassersystem unter dem Namen Variokan entwickelt haben. Der Gründergeist hat einen Leser so sehr beeindruckt, dass dieser jetzt seine Bereitschaft erklärt hat, sich an dem Projekt mit einer hohen Summe zu beteiligen.

Werner Helmig – vor knapp 50 Jahren selbst Firmengründer – will Variokan mit einer fünfstelligen Summe fördern – und hofft, im Gegenzug später von einem möglichen Erfolg des Unternehmens zu profitieren. »Es ist mein Risiko«, sagt der 69-Jährige. »Aber es ist eine gute Geschäftsidee.«

Baff über Höhe der Förderung

Ein Mann, ein Wort: »Ich habe gleich einen Termin bei meinem Rechtsanwalt, sagt Helmig, nachdem er sich eine gute halbe Stunde mit Hrisova und Büttner unterhalten hat. »Da setzen wir einen Vertrag auf.« Hrisova, Wirtschaftsstudentin an der Justus-Liebig-Universität, und THM-Absolvent Büttner haben ihm gerade ihre Geschäftsidee vorgestellt.

Am Ende aber verschlägt es ihnen dann doch die Sprache, als Helmig den Kopf senkt und ihnen die Fördersumme nennt, die ihm vorschwebt. Baff geben sie ihm per Handschlag ihre Zustimmung.

Der Reichelsheimer hatte über Variokan in der Zeitung gelesen – und sich kurzerhand entschlossen, die Gießener Existenzgründer zu treffen. Ende der 60er Jahre rief Helmig eine eigene Firma ins Leben, die auf Hydraulik in Kupplungen spezialisiert ist, die vor allem in Kränen und Lastern zum Einsatz kommt. Heute hat sein Unternehmen 35 Mitarbeiter und Kunden in der ganzen Welt. »Wie die Existenzgründer von Variokan habe ich einmal mit nichts angefangen«, sagt er.

Hrisova und Büttner haben wie berichtet eine Vorrichtung aus Gummi entwickelt, die in Kanalrohre eingesetzt werden kann und sich flexibel an die strömende Abwassermenge anpasst. Von ihrer Idee sind die 25 und 28 Jahre jungen Gießener überzeugt. »Wir merken aber auch, dass wir unser Produkt visualiseren müssen«, sagt Planungsingenieur Büttner. »Wir brauchen eine Modellanlage, um unsere Idee in der Praxis vorführen zu können« Daran hängt es zurzeit. Die Testanlage würde 100 000 Euro kosten. Noch ist nichts in trockenen Tüchern: Doch dank Helmigs Hilfe wären sie einen gewaltigen Schritt weiter, um das Modell zu bauen.

Das mit dem Preis des hessischen Ideenwettbewerbs ausgezeichnete Projekt sei schlicht überzeugend, sagt Helmig. »Der hohe Kapitalbedarf in der Startphase ist aber ein Problem.« Die Chancen für einen Erfolg des Unternehmens schätzt er auf 50:50 ein. Das Gespräch mit den beiden Gießenern am Freitag aber hat ihn überzeugt, das Risiko zu wagen.

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