02. September 2017, 06:00 Uhr

Alte Post

Stadt stellt Shobeiri Ultimatum

Der Konflikt um die Alte Post spitzt sich immer weiter zu. Die Stadt droht den Eigentümern mit Ersatzvornahme. 50 Gießener zeigen Flagge für den Denkmalschutz.
02. September 2017, 06:00 Uhr
Peter Eschke gibt bei der Kundgebung an der Alten Post Erläuterungen. (Foto: mö)

Die Stadt bleibt dabei: Die Fassade der Alten Post muss von den Eigentümern »zwingend« gesichert werden. Dies habe der Magistrat den Anwälten der Eigentümerfamilie Shobeiri am Donnerstag mitgeteilt, sagte Stadtsprecherin Claudia Boje am Freitag auf Anfrage. Die Eigentümer hätten nun bis Mittwoch Zeit, um gegenüber der Stadt zu erklären, ob sie die Sicherungsmaßnahmen ausführen. Sollten die Eigentümer dies weiterhin verweigern, werde die Stadt die Sicherung des Gebäudes im Wege der »Ersatzvornahme« selbst durchführen und den Shobeiris in Rechnung stellen. Dagegen könnten die Eigentümer durch Einreichung eines Eilantrags beim Verwaltungsgericht vorgehen.

Kundgebung in Bahnhofstraße

Am frühen Freitagabend kam es an dem denkmalgeschützten Gebäude zu einer Kundgebung der Facebook-Gruppe »Rettet die Alte Post«, an der etwa 50 Bürger aller Altersgruppen teilnahmen. Anlass waren Dreharbeiten der »Hessenschau« für einen Beitrag, der in der nächsten Woche gesendet werden soll. Dazu fing das HR-Team Stimmen der Demonstranten ein. Die Eigentümer hätten es abgelehnt, vor der Kamera eine Stellungnahme abzugeben, sagte der zuständige Redakteur.

»Er könnte, wenn er wollte«

»Die Gießener Bevölkerung hat leider schlechte Erfahrungen mit der Geschäftspolitik dieser Firma gemacht«, sagte Peter Eschke für die FB-Gruppe und meinte damit die Immobilien-Gesellschaft der Eigentümerfamilie. Viele Gießener hätten »die Wahrnehmung, dass es bei der Alten Post genauso abläuft wie bei Samen-Hahn«. Auch Gruppensprecher Jan-Patrick Wismar sieht die Verantwortung für den bedrohlichen Zustand der Alten Post in erster Linie beim Familienoberhaupt Habibollah Shobeiri: »Er könnte, wenn er wollte.«

Drahtgitter als Schutz bei Sturm

Die Stadt hatte den Eigentümern auf Grundlage eines Gutachtens unter anderem auferlegt, die Fassade mit einem Drahtgitter zu sichern, damit bei Sturm keine Gebäudeteile abstürzen können. Die Eigentümer hatten dies mit Hinweis auf ein eigenes Statikgutachten als unnötig abgelehnt.

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