Ostschule

Stadt präsentiert Siegerpläne für Neugestaltung der Ostschule Gießen

Die Gesamtschule Ost feiert am 31. August ihren 50. Geburtstag. Das ist das ein Grund zum Feiern, aber auch ein Beleg dafür, dass sie dringend saniert werden muss.
19. Juni 2018, 06:00 Uhr
Die Gesamtschule Ost wird demnächst 50 Jahre alt und ist dringend sanierungsbedürftig. (Foto: Schepp)

Der Bedarf ist unbestritten. Das wurde nicht erst deutlich, als Dr. Frank Reuber von seinen skeptischen Blicken gen Himmel berichtete. »Wenn es mittlerweile zweimal im Jahr einen Jahrhundertregen gibt, dann läuft das Wasser oben rein und unten nicht wieder raus«, beschrieb der Schulleiter die Situation des in die Jahre gekommenen Gebäudes der Gesamtschule Gießen-Ost. Das Umfeld, in dem der GGO-Direktor den wenig erfreulichen Gesamtzustand der Schule schilderte, gibt jedoch Anlass zur Hoffnung: Am Montag wurden im Rathaus die Sieger des Wettbewerbs »Neustrukturierung, Sanierung und Erweiterung der Gesamtschule Gießen-Ost« vorgestellt.

Durchgesetzt hat sich beim Architektenwettbewerb das Stuttgarter Büro Lamott + Lamott, Platz zwei teilen sich die HKR Architekten GmbH (Gelnhausen) und das Mannheimer Studio SF. Christian Nasedy berichtete als Vorsitzender des Preisgerichts, dass sich elf Büros am Wettbewerb beteiligt haben. »Alle von hoher Qualität«. Dass nicht einmal die Hälfte der 25 angeschriebenen Unternehmen einen Beitrag abgegeben haben, führte Nasedy auf die »ganz komplexe Aufgebenstellung« zurück. Das Schulgebäude am Alten Steinbacher Weg sei »total verbaut«, man finde sich als Außenstehender nicht zurecht. »Modernes pädagogisches Arbeiten fällt schwer in diesem Haus.«

Dass die Stadt als Schulträger dieses Problem längst erkannt hat, unterstrich Astrid Eibelshäuser. »Die Substanz ist sehr sanierungsbedürftig«, sagte die Stadträtin und bezeichnete die GGO mit ihren 1500 Schüler und 140 Lehrern und weiteren Angestellten als »große Schule, für die wir Handlungsbedarf haben«. Ziel ist die Entwicklung eines gestalterischen Gesamtkonzepts, die Schaffung angemessener Räume für die Umsetzung neuer pädagogischer Konzepte sowie die Deckung des erweiterten Bedarfs für Mensa, Aula und zusätzlicher Klassenräume. Wie genau der große Wurf aussehen wird und welche Gesamtkosten dadurch entstehen, ist derzeit noch offen. Der Präsentation der Preisträger folgt nun das Vergabeverfahren, in dem geklärt wird, welcher der drei Siegerentwürfe zum Zuge kommt. »Sobald dieses Verfahren abgeschlossen ist, gehen wir in die Planung«, erklärte Hochbauamtsleiterin Jutta Müller. Zeitvorschriften gibt es für den ersten Bauabschnitt. Für die energetische Sanierung aus Mitteln des Kommunalen Investitionsprogramms (KiP) stehen 2,9 Millionen Euro zur Verfügung. Diese Fördermittel müssen bis zum Jahr 2021 verbraucht sein. Bei der Stadt hofft man, dass auch für die bauliche Neustrukturierung der Schule Fördergelder von Bund und Land fließen.

Der Siegerentwurf hat nach Ansicht des Juryvorsitzenden »in seiner Gesamtheit überzeugt«. Die mit 46 000 Euro Preisgeld belohnte Arbeit von Lamott + Lamott mache »aus einem Konglomerat eine Einheit«. Den kreuzwegartigen Innenhof bezeichnete Nasedy als »Herz der Anlage«. Architekt Ansgar Lamott fasste die Grundidee seiner Planung mit dem Begriff »außen hart und innen weich« zusammen. Die Hülle des Gebäudes müsse Standsicherheit und Brandschutz gewährleisten, der Innenbereich genügend Flexibilität für pädagogische Konzepte bieten. Grundsätzlich möchte das Stuttgarter Büro mit seiner Planung viel mehr Licht in die Schule bringen. »Tageslicht ist dort im Moment eher spärlich vorhanden.« Auch Schulleiter Reuber zeigte sich begeistert: »Dieser Entwurf lässt der Schule Raum, sich in den nächsten 50 Jahren weiterzuentwickeln.«

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