04. Februar 2018, 19:38 Uhr

Refugee Law Clinic schreibt Erfolgsgeschichte

04. Februar 2018, 19:38 Uhr
DHG

Nicht nur Gesetzestexte auswendig lernen, sondern gelebtes Recht miterleben – und dabei Schutzbedürftigen helfen: Dieses einmalige Konzept aus Gießen interessierte bereits zwei Bundespräsidenten und gilt als Vorzeigeprojekt innerhalb der juristischen Ausbildung. Die Rede ist von der »Refugee Law Clinic« (RLC), die ihr zehnjähriges Bestehen gefeiert hat.

Im Wintersemester 2007 startete die RLC als Pilotprojekt an der Justus-Liebig-Universität. Jurastudierende erhielten eine einjährige, praxisbezogene Zusatzausbildung im Asylrecht und beraten nach erfolgreichen Abschluss Geflüchtete. Beginnend mit einer theoretischen Ausbildung sowie einem Praktikum iim Bereich des Asylrechts, hospitieren die Studierenden anschließend ein halbes Jahr bei der Flüchtlingsberatung des Evangelischen Dekanats Gießen. »Ich freue mich seit Wochen auf diesen Termin«, schmunzelte Jürgen Bast, wissenschaftlicher Leiter der RLC, bei der Jubiläumsveranstaltung: »Die Refugee Law Clinic gehört zu meinen schönsten Tätigkeiten hier«.

Die RLC wurde 2010 mit dem Hessischen Hochschulpreis und 2014 mit dem Peter-Becker-Preis für Friedens- und Konfliktforschung ausgezeichnet. Vor drei Jahren besuchte Bundespräsident Joachim Gauck und vor einem Jahr sein Nachfolger Frank-Walter Steinmeier das Projekt in Gießen. Die Schirmherrschaft übernahm 2016 Aydan Özuguz, Staatsministerin für Migration, im Bundeskanzleramt. »Das Engagement der Studierenden in Gießen bescherte der JLU bundesweite Bekanntheit«, resümierte Joybrato Mukherjee, Präsident der Justus-Liebig-Universität. Mittlerweile übernahmen über 30 Hochschulen das Konzept. Viele dieser Projekte seien aber rein studentisch organisiert und ohne Finanzierung und Infrastruktur der Hochschule. »Oft kopiert, aber nie erreicht – die RLC Gießen bleibt das unerreichte Original«, berichtete Marietta Auer, Dekanin des Fachbereiches Rechtswissenschaft.

Die JLU erkannte bereits vor 2015 die Notwendigkeit, die Ausbildung im Asylrecht auszubauen. »Flucht gibt es nicht erst seit dem Sommer 2015, sondern sie war immer allgegenwertig und wird es auch bleiben«, so Lynn Klinger. Sie studiert Friedens- und Konfliktforschung in Marburg und berichtete von ihren Erfahrungen mit der RLC: »Es sind die individuellen Schicksale und Geschichten, die einen berühren«.

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