17. April 2017, 19:59 Uhr

Tierschutz

Protest gegen Tierversuche

100 Menschen haben am Ostersamstag in der Innenstadt gegen Tierversuche demonstriert. Ihre Kritik richtet sich vor allem an die Justus-Liebig-Universität.
17. April 2017, 19:59 Uhr
Die Demonstranten ziehen teils mit Tiermasken durch die Innenstadt. (Foto: son)

»Tierversuche sind unnötig und degradieren die Tiere zu Messinstrumenten, die letztlich doch nichts über die Medikamentenverträglichkeit bei Menschen aussagen können«, sagte Maria Klein von der Tierschutzgruppe Gießen. Sie seien nicht nur aus ethischen, sondern auch aus methodischen Gründen abzulehnen. Sie berichtete, dass das Medikament Contergan im Tierversuch unauffällig gewesen sei und beim Menschen schließlich zu starken Missbildungen bei Neugeborenen geführt habe.

Ein weiteres Medikament, das Schmerzmittel Vioxx, sei vom Markt genommen worden, weil es das Schlaganfall- und Herzinfarktrisiko erhöht habe. Auch dieses Medikament sei im Tierversuch unauffällig geblieben. »Und so scheitern rund 92 Prozent der Medikamente, die alle zig Tierversuchsreihen hinter sich haben, letztlich bei klinischen Erprobung am Menschen«, so Klein. Tierversuche wiegten einen »in einer trügerischen Sicherheit«.

Auch an der Justus-Liebig-Universität würden Tierversuche durchgeführt, mahnten die Demonstranten. Im Jahr 2014 seien rund 15 000 Wirbeltiere in Versuchen oder zu anderen Forschungszwecken verwendet worden, heißt es in dem Infoblatt, dass die Demonstranten während der Kundgebung und der Demonstration durch die Innenstadt verteilten. Innerhalb der vergangenen Monate sammelten die Organisatoren nach eigenen Angaben rund 5000 Unterschriften gegen Tierversuche der Gießener Hochschule. »Unterschrieben haben viele Studierende, die gar nicht wussten, dass ihre Universität solche Versuche durchführt«, erklärt Christian Lachmann, Pressesprecher der Tierrechtsgruppe Gießen. Das zeige, wie stark dieses Thema im Dunklen gelassen werde. »Wir wollen das Thema in die Öffentlichkeit rücken und zeitgleich aufmerksam machen, dass es längst genauere, kostengünstigere und ethisch vertretbare tierversuchsfreie Methoden zur Forschung gibt.« Die JLU müsse hier mit gutem Beispiel vorangehen.

Am Mittwoch, 3. Mai, will die Tierrechtsgruppe die Petition offiziell der Universität Gießen übergeben.

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