14. März 2014, 22:23 Uhr

»NotRuf113«: »Privatisierung gescheitert«

Gießen (pm). »Die Privatisierung des Uniklinikums Marburg-Gießen ist gescheitert.« So lautete die Bilanz der Initiative »NotRuf113« zu ihrem fünfjährigen Bestehen.
14. März 2014, 22:23 Uhr
(Foto: Red)

Marburger und Gießener Bürger reagierten mit der Gründung auf Beschwerden, die seit der Übernahme des Klinikums 2006 durch die Rhön-Klinikum AG drastisch zugenommen hätten. Es war von Drehtürmedizin (»krank rein, krank raus«) und unzureichender Zeit für Pflege und Behandlung die Rede. »Trotz großer Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit hat sich die Situation nicht verbessert«, heißt es in einer Pressemitteilung.

So sei weder das zwischen der Landesregierung und der Rhön AG beschlossene Moratorium gegen Stellenabbau umgesetzt worden noch die Vereinbarungen zur Inbetriebnahme des Partikeltherapiezentrums und die Gewährung von zwei Sitzen im Aufsichtsrat. »Die Politik beschränkt sich bislang auf Appelle und Vertröstungen mit ›konstruktiven Gesprächen»; ernsthafte Bemühungen, Missstände zu klären und abzustellen, sind nicht erkennbar. Insbesondere die seit langem geforderten quantitativen und qualitativen personellen Mindeststandards werden nicht eingeführt«, kritisiert »NotRuf113«.

Aufgrund von Mitteilungen des Betriebsrates sei davon auszugehen, dass über 200 Stellen abgebaut wurden. Verschleiert werde dies unter anderem dadurch, dass massenhaft geleistete Überstunden in Stellen umgerechnet werden (die GAZ berichtete). Zahlreichen Berichte und Überlastungsanzeigen von Mitarbeitern belegten steigende Arbeitsverdichtung.

Es fehle an pflegerischen, aber auch ärztlichen Kapazitäten für besondere Krisensituationen und Sterbebegleitung. Daher würden zunehmend seelsorgerische Dienste ausgenutzt – ohne die an anderen Kliniken übliche Kostenerstattung.

Mit der geplanten Zusammenlegung von Abteilungen als »Kompetenzzentren« solle ein Zuwachs an Qualität suggeriert werden. In Wirklichkeit drohe der Verlust universitärer Hochspezialisierung und ein weiterer Abbau von Fachpersonal. Durch die Verlegung von Patienten in freie Betten anderer Abteilungen sollten »Kapazitäten besser ausgenutzt« werden. Diese »Streubelegung« gehe zu Lasten der Betreuungsqualität.

Mit dem Ziel der bestmöglichen Betreuung kranker Menschen lasse sich »gewinnorientierte Medizin in einem börsennotierten Unternehmen nicht vereinbaren«, schließt die Initiative.

Rhön AG will Uni-Klinikum »restrukturieren« Klinikum: Schwierigstes Jahr seit der Privatisierung endet Rhön kündigt neue Sparrunde für Klinikum an Klinikum weist hohen Verlust aus

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