09. März 2012, 20:18 Uhr

Neustädter Tor sagt Leerständen den Kampf an

Gießen (pd). »Wir arbeiten noch immer ein großes Stück Vergangenheit ab«, seufzt Christian Krause. Auch knapp sieben Jahre nach Eröffnung der Galerie Neustädter Tor ärgert sich der Centermanager über schlecht zugeschnittene Ladenflächen oder einen »suboptimalen« Branchenmix in dem Einkaufszentrum am Oswaldsgarten.
09. März 2012, 20:18 Uhr
Frequenzbringer Erdgeschoss: Dank der vielen gastronomischen Angebote halten sich dort zahlreiche Kunden auf. (Fotos: Schepp)

Am meisten Kopfzerbrechen bereitet den Betreibern der Mall derzeit die Passage im ersten Stock zwischen »Intersport Begro« und »Weltbild«, wo etliche Läden geschlossen und mit großflächigen Plakaten überklebt sind. »Es sieht schlimmer aus als es ist«, beschwichtigt Krause. Die Geschäfte mit einer Größe von 130 bis 160 Quadratmetern »sind so nicht zu vermieten«. Deshalb müsse in diesem Bereich »jede Fläche angefasst werden«. In der Galerie soll aber nicht nur ein Teil der bestehenden Läden verändert werden. Im nächsten Jahr werde man mit einem modernen Lichtkonzept und neuen Möbeln in der Mall »mehr Aufenthaltsqualität schaffen« und das Einkaufszentrum insgesamt attraktiver machen.

Die Mittel für diese »Schönheits-OP« sind soeben von der Eigentümerversammlung bewilligt worden. Der US-Fonds »Pramerica Real Estate Investors« hatte die Galerie 2006 von der Bad Hersfelder Unternehmensgruppe Rosco übernommen. Der US-Fonds habe für die Aufwertung der Flächen in der Mall »Zusatzgelder« bereitgestellt, berichtet der Centermanager. Die Höhe der Investitionskosten lässt er offen. »Wir werden die gesamte Architektur des Hauses verändern«, kündigt der 33-Jährige an.

Veränderungen wird es auch beim Zuschnitt der Läden in der ersten Etage geben. Für Geschäfte mit einer Fläche von etwa 150 Quadratmetern »gibt es keine Konzepte«. Ziel sei es, Einheiten von 200 bis 250 qm zu schaffen. »Jeden Laden, den wir neu vermieten, müssen wir umbauen«, wirbt Krause um Verständnis für die zum Teil monatelangen Leerstände. Die jeweiligen Geschäfte müssten komplett neu gebaut werden. »Da werden Wände eingerissen, Elektrik und Lüftung verlegt und neue Fassaden gezogen«, beschreibt Krause den enormen Aufwand. Bis zum Herbst sollen die Umbaumaßnahmen abgeschlossen sein. Besonders augenfällig ist nach wie vor die große Leerfläche auf dem Areal des ehemaligen Eiscafés »Gelato e Caffé«. Der Inhaber hatte den Betrieb im Spätherbst vergangenen Jahres geschlossen. Mittlerweile hat man einen Betreiber gefunden, der das Eiscafé in der zweiten Märzhälfte wiedereröffnen wird. Speiseeis wird es übrigens bald auch im Erdgeschoss geben. An der Rolltreppe vor Tegut soll demnächst ein Langnese-Stand aufmachen.

Bereits im vergangenen Jahr hatte der Centermanager das Ziel formuliert, die Zahl der Geschäfte von 75 auf etwa 65 zu reduzieren. Diesen Plan verfolge man weiter. Außerdem sei der Branchenmix noch nicht ideal. »Uns fehlt ein klarer Fashion-Anteil«, nennt Krause Defizite in den Bereichen Kinderkleidung und Damenoberbekleidung. Er wünscht sich, »dass die komplette Familie hier einkaufen und etwas für sich entdecken kann«.

Insgesamt sieht der fünfte Chef der Mall die Galerie, dessen Centermanagement 2009 von der Essener Management für Immobilien AG (mfi) übernommen wurde, auf dem richtigen Weg. Als Beleg führt er die von 2010 auf 2011 um elf Prozent gesteigerte Kundenfrequenz an. Eine große Rolle dürfte dabei der Einzug des neuen Ankermieters H&M gespielt haben, der Ende November 2010 sein Geschäft auf zwei Etagen des Einkaufszentrums geöffnet hat. »Mit der Neuordnung in diesem Bereich sind wir sehr zufrieden. Die gesamte Rotunde hat sich positiv entwickelt«, sieht Krause die Präsenz des schwedischen Textilriesen als Gewinn für das Center.

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