13. September 2018, 11:20 Uhr

Neustädter Tor

Neustädter Tor: Ausweitung der Gießener Fußgängerzone als Unterstützung?

Die Galerie Neustädter Tor wird umgebaut. Doch reicht das? Nicht nur Martin Mörl, der Chef des Center-Managements, hat die fehlende Anbindung an die Fußgängerzone als ein Kernproblem identifiziert.
13. September 2018, 11:20 Uhr

Von Christoph Hoffmann , 2 Kommentare
Für Laufkundschaft ist die Verbindung zwischen Galerie und Fußgängerzone nicht sehr attraktiv. (Foto: chh)

Ein großes Shopping Center innerhalb des Anlagenrings? Als die Pläne der Galerie Neustädter Tor im Jahre 2002 publik wurden, waren die Sorgen groß. Händler protestierten, eine Bürgerinitiative gründete sich, mit Gutachten und Klagen gingen die Gegner gegen das »Jahrhundertprojekt«, wie es ein kommunalpolitischer Befürworter seinerzeit bezeichnete, vor. Vergeblich: Am 20. Oktober 2005 feierte die Mall Eröffnung, Zehntausende Menschen strömten durch die Gänge. Heute, 13 Jahre später, ist von der Euphorie schon lange nichts mehr zu spüren. Die Galerie ist vom Publikumsliebling zum Sorgenkind verkommen. Gerade im ersten Stock reiht sich Leerstand an Leerstand.

Am Dienstagabend haben Vertreter des Center-Managements nun weitreichende Veränderungen (die Pläne im Überblick) angekündigt. Bis 2020 sollen unter anderem neue Eingänge und ein weiterer Food Court im ersten Stock entstehen. Die Fassade erhält zudem eine neue Optik. Martin Mörl, Geschäftsführer der Prelios Immobilien Management, sagte aber auch, dass es mit baulichen Änderungen nicht getan sei. Als einen zentralen Schwachpunkt nannte er die fehlende Verbindung zur Fußgängerzone sowie die aus Kundensicht nicht sonderlich attraktive Verbindungsstraße Neustadt.

Eine schnelle Lösung haben die Verantwortlichen nicht in Sicht. Den 300 Meter langen Abschnitt zwischen Marktplatz und Galerie kurzerhand zur Fußgängerzone zu erklären, erteilt Stadtrat Peter Neidel (CDU) aus mehreren Gründen eine Absage: Zum einen bestünden nach der Sanierung der Straße vor 13 Jahren noch Fördermittelbindungen, sodass bauliche Veränderungen absehbar nicht erfolgen würden. »Eine Umwandlung zur Fußgängerzone wäre auch aufgrund des Bus- und Lieferverkehrs sowie der Zufahrt zu sehr vielen privaten Stellplätzen problematisch«, betont Neidel. Abgesehen davon sei die Situation in den vergangenen Jahren schon erheblich verbessert worden. Als Beispiel nennt Neidel die Aufwertungen der unteren Bahnhofstraße sowie der Johanette-Lein-Gasse, was zu einer besseren Verbindung zwischen Fußgängerzone und Galerie geführt habe.

 

Ausweitung der Fußgängerzone?

Letzteres betont auch Bürgermeisterin Gerda Weigel-Greilich. Gleichwohl könnte sich die Grünen-Politikerin eine Ausweitung der Fußgängerzone vorstellen, zum Beispiel für die untere Bahnhofstraße. Den Durchgangsverkehr in der Neustadt sieht sie ebenfalls kritisch. »Das hier geltende Tempo 20 funktioniert nur einigermaßen. Immer wieder beschweren sich Anwohner, dass hier gerast wird.« Um die Straße nicht nur sicherer, sondern auch für Laufkundschaft attraktiver zu machen, könnte sich Weigel-Greilich die Neustadt durchaus als Fußgängerzone vorstellen, allerdings mit Durchfahrerlaubnis für Busse und Lieferanten.

Doch das ist Zukunftsmusik. Neidel erhofft sich daher durch die jetzt angekündigten baulichen Veränderungen der Galerie neue Impulse, eine höhere Kundenfrequenz und somit eine Stärkung des gesamten Gießener Handels: »Wir sind sehr froh über diese Investitionsentscheidung für unsere Innenstadt, die dadurch noch attraktiver wird.«

Das sieht im Übrigen auch Markus Pfeffer vom BID Seltersweg so: »Wir freuen uns, dass sich die Galerie verändern will und wir hoffen, dass sie dadurch eine eigene Sogwirkung entwickelt. Das ist wichtig, denn wir befruchten uns gegenseitig.« Es sei entscheidend, dass Gießen den Leerstand bekämpfe, egal, wo er nun auftrete. 2006, ein Jahr nach Eröffnung der Galerie, hatte der damalige Stadtrat Thomas Rausch übrigens gesagt: »Statt einer Industriebrache haben wir nun pulsierendes Leben«. Vielleicht gelingt es dem Center-Management ja, den Puls erneut zum Schlagen zu bringen.

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