27. November 2018, 21:27 Uhr

Nachhelfen beim Kinderwunsch

27. November 2018, 21:27 Uhr

Bei manchen Männern sinkt der Testosteronspiegel, wenn sie in die Jahre kommen. Dass eine ganze Reihe gesundheitlicher Beschwerden mit einem niedrigen Spiegel des wichtigsten männlichen Sexualhormons verknüpft sind, hat in den vergangenen Jahren Testosteronpräparaten zu einer Karriere als Anti-Aging-Mittel verholfen. Fachleute diskutieren die Therapie kontrovers. Ein Forum dafür ist die Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Andrologie (DGA), die vom morgigen Donnerstag bis zum 1. Dezember in Gießen stattfindet. Veranstaltungsort ist das Medizinische Lehrzentrum der Justus-Liebig-Universität.

Tagungsleiter ist Dr. Thorsten Diemer, Androloge an der JLU und leitender Oberarzt der Klinik und Poliklinik für Urologie, Kinderurologie und Andrologie am Uniklinikum Gießen. Es sei bekannt, sagt er, dass die Behandlung für Männer einer bestimmten gesundheitlichen Hochrisikogruppe – etwa mit Diabetes oder Übergewicht – Vorteile biete. Testosteron stehe aber im Verdacht, das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall zu erhöhen. Eine Sorge, die sich zunehmend als unbegründet erweise.

120 Fachleute erwartet

Vom 29. November bis zum 1. Dezember treffen sich 120 Experten, um aktuelle Erfahrungen und Herausforderungen sowie Neuigkeiten und Trends zum Thema Männergesundheit auszutauschen. Das wissenschaftliche Programm und das interdisziplinäre Weiterbildungsangebot präsentieren sowohl die jüngsten Ergebnisse andrologischer Grundlagenforschung als auch die praktischen Anwendungen im klinischen Tagesgeschehen. Neben »Klassikern« der DGA-Tagung wie Fertilität, Sexualmedizin, Reproduktionsmedizin oder Impotenz stehen auch Infektionen auf der Tagesordnung, unter anderem die Frage, welche andrologische Relevanz dem Zika-Virus zukommt.

Ausblicke in die Zukunft der Fertilitätsprotektion – also dem Erhalt der Zeugungsfähigkeit – verspricht die Tagung, wenn es um denkbare Konzepte zur Kultivierung befruchtungsfähiger Zellen aus Vorläuferzellen geht. Nicht allein fertige Spermien lassen sich in flüssigem Stickstoff konservieren, sondern es geht zunehmend auch um die Möglichkeit, Stammzellen »auf Eis« zu legen. »Daraus ließen sich unter Umständen in einigen Jahren mit sehr unterschiedlichen experimentellen Ansätzen Spermien erzeugen«, sagt Diemer. Eine Möglichkeit wäre, diese in künstlichen Hoden heranreifen zu lassen. Auf diese Weise könnte auch erwachsenen Patienten geholfen werden, denen Mediziner bislang mit konventionellen Methoden der assistierten Reproduktion einen Kinderwunsch nicht erfüllen können.

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