Jugendamt

Nach Kritik: Veränderungen bei Gießener Jugendamt stehen an

Die Stadt Gießen hat für das Jugendamt eine zweite Leitungsstelle ausgeschrieben. Laut Bürgermeisterin Gerda Weigel-Greilich ist die Doppelspitze auch in anderen Bereichen denkbar.
12. Juni 2018, 11:00 Uhr

Von Karen Werner , 1 Kommentar
Das Rathaus am Berliner Platz. (Foto: Schepp)

Als erste städtische Behörde soll das Jugendamt eine Doppelspitze erhalten. Mit der Einrichtung einer zweiten Leitungsstelle reagiere die Stadt auf die stark gestiegene Aufgabenfülle, sagte Bürgermeisterin Gerda Weigel-Greilich (Grüne) auf GAZ-Anfrage. Denkbar sei ein solches Vorgehen auch in anderen Ämtern.

Die kürzlich veröffentlichte Ausschreibung ist auch eine Reaktion auf die Kritik an der Arbeit des Jugendamts. Im Fokus stand dabei der Allgemeine Soziale Dienst (ASD). In dieser Abteilungsleitung solle es indes keine Änderungen geben, erläuterte Weigel-Greilich auf Nachfrage.

 

Neustrukturierung nach Kritik

Im März war bekannt geworden, dass die derzeitige Stellvertretende Jugendamtsleiterin Gabi Keiner ihre Stelle gekündigt hat und die Stadtverwaltung zum 15. Juli verlässt. Nun hat die Stadt die Stelle aufgewertet. Der oder die »Amtsleiter/in für den Bereich Pädagogik und Sozialarbeit« mit pädagogischer Ausbildung soll dem Amtsleiter und Diplom-Verwaltungswirt Holger Philipp an die Seite gestellt werden, und zwar »zum nächstmöglichen Zeitpunkt«.



Schon bisher hätten sich Amtsleiter und Stellvertreter die beiden Bereiche immer geteilt, erklärt Weigel-Greilich: Stets kümmerte sich ein Verwaltungsexperte um die wirtschaftliche Jugendhilfe, ein Pädagoge um die konzeptionelle Seite von Themen wie Erziehungshilfe und Kindergärten. Mit der Bezeichnung Amtsleiter, verbunden mit einer Höhergruppierung von TVÖD 12 auf 13, gingen vor allem rechtliche Erleichterungen einher. Beide Leiter dürfen Entscheidungen treffen und unterzeichnen.

Sinnvoll wäre das auch in anderen Bereichen, meint die Bürgermeisterin. In vielen Ämtern gebe es längst getrennte Zuständigkeiten, formal unterhalb der Leitungsebene angesiedelt. Mit der Größe der Stadt seien die Aufgaben in den letzten Jahren erheblich gewachsen.

Besonders massiv sei der Anstieg der Arbeitsbelastung indes im Jugendamt: Rasant stiegen die Zahlen bei Kleinkindbetreuung, Integrationsaufgaben in Kindertagesstätten und unbegleitete junge Flüchtlingen, bei denen Gießen die Erstversorgung für den Großteil Hessens stemmte. Zudem wurde der Umgang mit dem Verdacht auf Kindeswohlgefährdung durch neue Gesetze deutlich aufwendiger als früher.

 

ASD-Leitung bleibt im Amt

Vielfältige Vorwürfe wurden in den letzten Monaten gegen das Jugendamt laut. Neben langen Bearbeitungszeiten und unfreundlichem Ton stand vor allem der starke Rückgang von ambulanten Familienhilfen – bei einigen Maßnahmen um 80 Prozent – in der Kritik. Dafür gebe es gute pädagogische Gründe, erklärten ASD-Mitarbeiter in zwei Ausschusssitzungen (die GAZ berichtete) und stellten sich hinter ihre Amtsleiterin. An deren Stelle will Weigel-Greilich nicht rütteln. Ein Fachtag und weitere Gespräche sind geplant, unter anderem mit Vertretern der Vereine, die Familienhilfen übernommen und nun Aufträge verloren haben.

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