01. November 2012, 22:23 Uhr

NPD-Abgeordnete bekennen sich zu Gießener Burschenschaft

Gießen/Dresden (mö). Die sächsischen NPD-Landtagsabgeordneten Jürgen W. Gansel und Arne Schimmer haben erstmals öffentlich bestätigt, dass sie weiterhin in der Gießener Studentenverbindung Dresdensia Rugia mitwirken.
01. November 2012, 22:23 Uhr
Großer Steinweg 21: Domizil der Burschenschaft Dresdensia Rugia. (Foto: Schepp)

In der Landtagsdebatte um das sächsische Hochschulfreiheitsgesetz sagte Gansel unlängst, dass er und sein Fraktionskollege Schimmer der im Großen Steinweg ansässigen Burschenschaft »bis heute angehören«.

Die Burschenschaft war wegen ihrer Verbindungen zur sächsischen NPD in den Jahren 2005 und 2006 als »rechtsextreme Vereinigung« ein Beobachtungsobjekt des hessischen Verfassungsschutzes, ist seitdem in den Berichten des Landesamtes aber nicht mehr aufgetaucht. Dass die NPD das Haus in der Gießener Innenstadt weiter nutzt, wurde vor einem Jahr deutlich, als die beiden Landtagsabgeordneten im Großen Steinweg ein Wochenende verbrachten, um an einer Veranstaltung in Marburg teilzunehmen. Offenbar verfügen die beiden »Alten Herren« über Schlüssel für das Haus.

Die beiden NPD-Landtagsabgeordneten Gansel und Schimmer, der eine Historiker, der andere Diplom-Ökonom, sind Absolventen der Justus-Liebig-Universität und zählen zur intellektuellen Speerspitze des Rechtsextremismus in Deutschland. Vor allem Gansel genießt seit seiner Rede im sächsischen Landtag, als er 2005 die Zerstörung Dresdens im Zweiten Weltkrieg unter dem Stichwort »Bombenholocaust« mit der Judenvernichtung gleichsetzte, den Ruf eines Chefideologen.

Bei der besagten hochschulpolitischen Debatte im sächsischen Landtag beklagte sich Gansel, dass während seines Studiums in Gießen in den 90er Jahren mit den Semesterbeiträgen der Studenten vom linksdominierten AStA Ausländer-, Schwulen- und Antifa-Referate unterhalten und dort »verdiente linksradikale Langzeit-Studenten« mit Posten versorgt worden seien. Zudem seien mit den Beiträgen der Studenten »linke Uni-Postillen« finanziert worden, in denen gegen die Burschenschaft Dresdensia Rugia »gehetzt« worden sei.

Das vom sächsischen Landtag mit den Stimmen der NPD beschlossene Hochschulfreiheitsgesetz sieht unter anderem vor, dass Studierende nach dem ersten Semester aus der Studentenschaft austreten können.

Unterdessen hat die Landesregierung in Thüringen in einer Antwort auf eine Anfrage der Linksfraktion im Erfurter Landtag erklärt, über keine Erkenntnisse zu verfügen, was Kontakte zwischen der Dresdensia Rugia und der Neonazi-Szene in Nordthüringen betrifft. Nach Informationen der Linksfraktion war es im Mai in Fretterode zu einem Treffen zwischen Mitgliedern der Burschenschaft und dem bekannten NPD-Politiker Thorsten Heise gekommen. In ihrer Antwort auf die Anfrage erklärte die Landesregierung: »Die Burschenschaft Dresdensia Rugia ist kein Beobachtungsobjekt des Thüringer Landesamtes für Verfassungsschutz.«

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