31. März 2017, 09:17 Uhr

Mucuk-Mord

Mucuk-Familie setzt hohe Belohnung aus

Die Familie des ermordeten Hells-Angels-Boss Aygün Mucuk hat eine fünfstellige Summe für Hinweise auf die Täter ausgesetzt. Hier nennt der Vater des Opfers die Gründe.
31. März 2017, 09:17 Uhr
Die Ermittler gehen beim Mord an Hells-Angels-Chef Aygün Mucuk von mindestens zwei Tätern aus. (Foto: dpa)

Die Familie des ermordeten Hells-Angels-Bosses Aygün Mucuk hat für Hinweise, die zur Ergreifung der Täter führen, eine Belohnung von 25 000 Euro ausgesetzt. Die Summe wird fällig, wenn die Mörder gefasst und rechtskräftig verurteilt werden. »Wir erhoffen uns, dass diese hohe Summe mögliche Mitwisser oder Zeugen dazu ermutigt, mit den LKA-Beamten Kontakt aufzunehmen«, sagte Aygün Mucuks Vater Aytekin Mucuk am Donnerstag gegenüber dieser Zeitung. Das Geld sei auf einem Sonderkonto hinterlegt. Nach Aussagen des Vaters handelt es sich dabei um Privatvermögen der Familie. »Wir haben zusammengelegt«, sagte Aytekin Mucuk. »Wir wollen, dass die Täter gefasst werden. Dass sie ihre gerechte Strafe bekommen und wir endlich mit dieser Sache abschließen können. Das Geld soll Anreiz sein, dass jemand die Täter verrät.«

Der mit dem Fall betraute Staatsanwalt Thomas Hauburger wollte sich auf GAZ-Anfrage nicht zu den neuen Entwicklungen äußern. Insgesamt beläuft sich die Belohnung nun auf 35 000 Euro. 10 000 Euro hatte die Staatsanwaltschaft bereits ausgesetzt.

Aygün Mucuk war am 7. Oktober des vergangenen Jahres auf dem Clubgelände der Hells Angels in Wißmar erschossen worden. Die Ermittler gehen davon aus, dass die tödlichen Schüsse von zwei Tätern abgegeben wurden. Bei der ZDF-Sendung »Aktenzeichen XY ungelöst« hatte Staatsanwalt Hauburger gemeinsam mit einem Beamten vom LKA unlängst die Modelle zweier Waffen präsentiert, mit denen Mucuk umgebracht worden sein soll. Die Beamten gehen davon aus, dass der Rockerboss durch 17 Schüsse aus zwei unterschiedlichen Waffen getötet wurde: Aus einer umgebauten Handfeuerwaffe – Kaliber 7,65 Millimeter – sowie aus einer Maschinenpistole des Herstellers »Vugrek«. Die Beamten setzten darauf, dass vor allem die Präsentation der letztgenannten Waffe neue Hinweise liefert, da sie oft in einer auffälligen Transporttasche verkauft werde, die in der Szene als »Schweinchen« bezeichnet wird. Die Beamten hoffen, dass sich Zeugen melden, die so eine Waffe an- oder verkauft oder eine Weitergabe beobachtet haben.

Da das Opfer Chef der Gießener Hells Angels war, rechnet man bei der Staatsanwaltschaft mit möglichen Sorgen bei potenziellen Zeugen. Deshalb sollen Hinweise auch weiterhin anonym gegeben werden können. Unter der Telefonnummer 0611/838383 können sich Zeugen beim Landeskriminalamt melden.

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