Mittelaltermarkt: Schwerterklirren und Gesang

Gießen (son). Das Gedränge auf dem Gelände rund um die Klosterruine Schiffenberg war enorm. Besuchermassen strömten am Wochenende auf den Gießener Hausberg, um die sechste Auflage des Mittelaltermarktes zu erleben. Mit 100 Ständen und rund 40 historischen Lagern wurde den Gästen – nicht wenige erschienen in historischer Gewandung – viel geboten.
18. April 2016, 09:43 Uhr
Gaukler und Zauberkundige unterhalten die Besucher. (Foto: Sonja Hähner)

Zum Schauen und Kaufen, aber auch zum Mitmachen und Ausprobieren waren Groß und Klein eingeladen. Beispielsweise bei den freien Handwerkern zu Falheim, wo man an einer mittelalterlichen Drechselmaschine arbeiten und dem Handwerksburschen Malte beim Herstellen eines Holzkästchens über die Schulter schauen konnte. »Die freien Handwerker sind schon alte Hasen auf dem Schiffenberg und haben im sechsten Jahr ihre Zelte vor den Klostermauern aufgeschlagen«, erzählte Gabriel zu Falheim bereitwillig. Dieser heißt eigentlich Gabriel Tiedemann und arbeitet auch im wahren Leben als Handwerker. Er ist Tischler, angestellt bei der Stadt Pohlheim. »Wir bemühen uns ein möglichst stimmiges Bild einer Handwerksfamilie aus dem 14. Jahrhundert darzustellen mit Kleidung, Schnitzbank und gemütlichem Strohbett«, sagte er. »Ganz authentisch sind wir allerdings noch nicht, da sind andere Gruppen schon strenger«, schmunzelte der Tischler. Die Nutella fürs Kinderfrühstück stehe bei ihnen manchmal noch auf dem Tisch – »allerdings in einem Tongefäß«.

Derlei Gefäß gab es auch an den Töpfereiständen zu finden. Wer Trinkhörner, die richtige Gewandung, Lederwaren, Waffen oder Schmuck suchte, wurde sicher an einem der zahlreichen Stände fündig. Für die Kleinen spannend waren auch das mit Muskelkraft angetriebene Karussell und das Holzriesenrad, Armbrustschießen, Eierknacken oder das Mausroulette. Die Erwachsenen labten sich derweil am Met oder Beerenwein in einer der vielen Tavernen, probierten Brot nach mittelalterlichem Rezept oder Fleisch am Spieß.

Für Musik sorgte neben den angekündigten Künstlern wie Jonny Robels an der Harfe, den Pummelelfen« aus Solingen und den Vagantenmusikern von »Maleficius« auch eine spontan zusammengefundene Gruppe um Andreas Czerney. Der Lehrer für Darstellendes Spiel der Liebigschule und einige seiner ehemaligen Schüler gaben mit großem Spaß schlüpfrige Lieder aus dem Volkslied- und Streunermilieu zum Besten, die vom Publikum mit viel Jubel bedacht wurden. Eine Ausstellung mit Foltergeräten, Schwertkämpfe tapferer Recken und eine Feuershow am Samstagabend rundeten das Programm des beliebten Marktes ab.

Schlagworte in diesem Artikel

  • Klosterruinen
  • Mittelalterfeste und Mittelaltermärkte
  • Musikverein Griedel
  • Lädt

    Schlagwort zu
    Meine Themen

    Sie haben bereits 15 Themen gewählt

    Sie folgen diesem
    Thema bereits

Klicken Sie auf ein Schlagwort, um es zu „Meine Themen” hinzuzufügen oder weitere Inhalte dazu zu sehen.


0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos

Kommentare

Kommentar hinzufügen

Kommentar schreiben - Ihre Meinung zum Thema ist gefragt


Kommentare werden erst nach einer Prüfung durch die Redaktion veröffentlicht. Bitte beachten Sie die Netiquette sowie die Hinweise nach dem Absenden Ihres Beitrags.


Überschrift
Meine Meinung





Sie haben noch kein Login? Jetzt kostenlos registrieren.

Registrieren Sie sich kostenlos um Ihren Kommentar abzuschließen:

Wir garantieren Ihnen, dass alle persönlichen Daten nur beim Verlag intern verwendet werden und nicht ohne Zustimmung an Dritte weitergegeben werden.


Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:
Wieviel ist 2 + 2: 




Sie sind bereits registriert? Zurück zum Login.