22. Oktober 2015, 12:03 Uhr

Mia im MuK

Ganze zwölf Jahre ist es her, dass die Berliner Band Mia den Gießener MuK beehrte. Jetzt kommen die Elektro-Popper um Frontfrau Mieze Katz zurück und gastieren auf ihrer »Biste Mode«-Tour am kommenden Samstag (24. Oktober) im Bunker an der Automeile.
22. Oktober 2015, 12:03 Uhr
Mieze Katz und ihre Männer. (Foto: Red)

2003 waren Mieze und Co. zuletzt zu Gast – doch das freute nicht jeden. Damals, im Dezember, war gerade Mias neue Single »Was es ist« erschienen, in dem die Band in Schwarz-Rot-Gold auftrat. Der Vorwurf nationalistischer Tendenzen ließ nicht lange auf sich warten. In Gießen rief der angekündigte Auftritt die Antifa auf den Plan, die den Musik- und Kunstverein aufforderte, das Konzert abzusagen.

Stattdessen reagierten Veranstalter und Band folgendermaßen: In der Kneipe »1022« des MuK fand begleitend eine Podiumsdiskussion statt. »Das war das erste Mal, dass die Kritiker wirklich mit uns in Dialog getreten sind«, erinnert sich Mia-Gitarrist Andy Penn. »Und wir wollten ja eine Diskussion mit dem Song auslösen«. Es ging den Berliner um die Frage nach der eigenen Identität, die Musiker suchten eine Antwort auf die Frage: »Was ist das eigentlich für ein Land, in dem wir leben?« Das ist zwar Schnee von gestern, aber eine Diskussion, die heute, in Zeiten der Flüchtlingskrise und der Hetze in sozialen Netzwerken, aktueller denn je erscheint.

Ob der Song auch im MuK gespielt wird, ist unklar. Im Fokus des Konzerts steht Mias im Mai erschienenes Album »Biste Mode«. Hinterfragt wird wie so oft bei Mia der Mensch an sich und als Teil der Gesellschaft. Im Titelsong spricht sich die Band dagegen aus, immer mit dem Strom mitzuschwimmen und hintereinander herzulaufen wie die Lemminge. Gleichzeitig ist die Nummer eine Hymne für die Freundschaft, für Freundschaft, die auch hält, wenn jemand eben nicht »Mode« ist. Und auch wenn ältere Titel wie »Ökostrom« oder »Alles neu« eine ordentliche Portion Gesellschafts- und Konsumkritik beinhalten, betont Andi Penn, dass Mia keine politische Band sei, aber durchaus eine politische Meinung habe. Wer Mia nicht kennt: Die Band serviert eine Mischung aus Elektro-Pop und Punk, aber auch Ausflüge in die Club- und Housemusik, die Neue Deutsche Welle oder gar den Chanson sind durchaus erlaubt.

Als Support ist am Samstag der Berliner DJ-Artist »y3ars« zu erleben. Beginn ist um 20 Uhr, Einlass ab 19 Uhr. Karten gibt es noch zum Preis von 41 Euro an der Abendkasse. (sag)

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