12. Dezember 2018, 21:51 Uhr

Liebigs erfolgreicher Erbe

Die Chemie zählt zu den wichtigen Wissenschaften im 19. Jahrhundert. Unzählige Entdeckungen wurden gemacht, die den Alltag der Menschen veränderten. Eine der Keimzellen war das Laboratorium Justus Liebigs. Es zog viele Studenten auch aus dem Ausland an, um an der großherzoglich-hessischen Universität zu studieren.
12. Dezember 2018, 21:51 Uhr
Fünf Liebig-Mitarbeiter in Gehrock und Zylinder sind auf dieser Daguerrotypie zu sehen (v. l.): Fresenius, Will, Bullock, Gardener und Hofmann. (Repro: dkl)

Auf einer bekannten Daguerrotypie, einer Frühform der Fotografie, sind fünf Mitarbeiter Justus Liebigs in Gehrock und Zylinder zu sehen. Sie alle haben Karriere gemacht. Heinrich Will trat in Gießen die Nachfolge Liebigs an, August Hofmann ging nach England und begründete die Anilinfarben-Industrie, Carl Remigius Fresenius ging nach Wiesbaden und gründete dort das bis heute bestehende Fresenius-Institut. Liebig-Assistent Fresenius (1818–1897) wird derzeit im Museum Wiesbaden mit einer Kabinettausstellung gewürdigt. Anlass ist der 200. Geburtstags (21. August) des Wiesbadener Ehrenbürgers. Er gilt als Vater der Analytischen Chemie. In seinem Institut hat er die maßgeblichen Analyseverfahren entwickelt, die bis heute bei der Untersuchung von Mineralwasser, Nahrungsmitteln und Wein relevant sind. Andere Verfahren beziehen sich auf die Kriminaltechnik und Materialforschung. Immer waren die entscheidenden Fragen »Was ist drin? Wie viel ist drin?«.

Ausstellung über C. R. Fresenius

Carl Remigius Fresenius, genannt Remi, wurde in Frankfurt geboren. Er absolvierte eine Apothekerlehre, studierte danach in Bonn und Gießen. 1842 wurde er zum Assistenten im Liebig’schen Laboratorium der Universität Gießen berufen. Er promovierte und habilitierte sich bei Justus Liebig, war in der Lehre tätig. 1845 folgte er dem Ruf an das Landwirtschaftliche Institut in Wiesbaden. Zuvor heiratete er die Gießenerin Charlotte Rumpf, Tochter des Gymnasialdirektors Friedrich Karl Rumpf, der als Professor für Rhetorik und Dichtkunst in Gießen lehrte. Dessen Ehefrau war ebenfalls eine geborene Fresenius – Remigius heiratete also seine Kusine. Die beiden bekamen drei Söhne und vier Töchter. Nach dem Tod seiner ersten Frau heiratete Remigius 1874 ein zweites Mal. Er selbst starb 1897 und wurde auf dem Alten Friedhof in Wiesbaden beigesetzt.

1848 hatte Fresenius sein eigenes Chemisches Laboratorium gegründet und die Arbeit mit fünf Studenten aufgenommen. Der Betrieb wuchs beständig. Später gründete er noch die Zeitschrift für Analytische Chemie und startete 1875 die Ausbildung von Nahrungsmittelchemikern. Schließlich eröffnete er 1884 eine hygienisch-bakteriologische Abteilung. In fast 50 Jahren veröffentlichte er zahlreiche Bücher und hatte über 2000 Schüler. Aus dem Kreis der Fresenius-Studenten gingen Begründer großer Chemiekonzerne und weiterer Firmen hervor. Seine Söhne führten das Dienstleistungslabor weiter, auch nachfolgende Generationen hielten das Erbe aufrecht.

1878 ging aus dem Labor Fresenius das SGS-Institut Fresenius in Taunusstein hervor. Die Hochschule Fresenius, derzeit in Idstein, wird 2019 wieder in Wiesbaden ansässig werden.

Der Wiesbadener Begleitkatalog ist ausgesprochen empfehlenswert: Leo Gros, »Carl Remigius Fresenius – Vater der Analytischen Chemie«, ISBN: 978-3-89258-120-8, Preis: 7 Euro. Die Kabinettausstellung, die in Zusammenarbeit mit der Hochschule Fresenius entstand, ist bis 20. Januar zu sehen.

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