30. November 2008, 19:50 Uhr

Kunstrasen-Fußballfeld auf dem Kugelberg eingeweiht

Gießen (srs). Der VfB 1900 Gießen und das Sportinsitut der Universität weihten am Samstag das neue Kunstrasen-Fußballfeld ein, das in den letzen drei Monaten für 450000 Euro auf dem Kugelberg zwischen dem Waldstadion und der Trasse der Vogelsbergbahn entstanden ist.
30. November 2008, 19:50 Uhr
Über die förmliche Freigabe des neuen Kunstrasen-Fußballfeldes freuen sich besonders (vorn, v.l). Abteilungsleiter Egon Fritz, Oberbürgermeister Heinz-Peter Haumann, Weltmeisterin Nia Künzer, die einst beim VfB ihre Karriere begonnen hatte, Innenminister Volker Bouffier und JLU-Kanzler Michael Breitbach. (Fotos: srs)

In sattem Grün erstrahlt der neue Kunstrasenplatz des VfB 1900 Gießen. Die Halme fühlen sich täuschend echt an. Zum Start erweist sich der Rasen zudem als Pflaster für Kantersiege. Während die Aktiven bereits letzte Woche den TSV Michelbach mit 7:0 abfertigten, fuhr die D-Jugend am Samstagnachmittag auf dem frisch eingeweihten Platz einen 5:0-Sieg gegen ein Offenbacher Team ein. »Der Rasen ist, glaube ich, ein bisschen weicher«, erklärt Jugendtrainer Adnan Uludag. »Meine Jungs laufen mit noch mehr Schwung über den Platz.«

Über zwei Jahrzehnte lang hat der VfB 1900 bereits einen Kunstrasenplatz ersehnt. Immer wieder scheiterte der Wunsch an den finanziellen Anforderungen für eine solche Baumaßnahme. Bis schließlich der Verein, die Stadt und die Justus-Liebig-Universität (JLU) sich Ende letzten Jahres zu einer Zusammenarbeit entschlossen. Und plötzlich ging alles ganz schnell. Drei Monate nach dem Spatenstich wurde der neue Platz nun feierlich eröffnet.

Der neue Kunstrasen dient den Jugendmannschaften und den Senioren des VfB als Trainings- und Spielstätte. Darüber hinaus steht der Platz vormittags sowie zweimal in der Woche abends der Universität zur Verfügung. Die JLU übernimmt die laufenden Betriebskosten für Pflege, Beleuchtung und Strom.

Hoch erfreut zeigte sich der Vorsitzende des VfB, Harald Wallbott. Endlich müssten die Fußballer nicht mehr auf den Tennenplatz am Fasanenweg ausweichen. »Der bisherige Platz war staubtrocken im Sommer und eine Schlammwüste bei Regen.« Es habe kritische Stimmen gegeben, der Vereine sei zu einer solche Maßnahme nicht in der Lage. »Um so mehr kann man stolz sein«, erklärte Wallbott und betonte die ungewohnte Zusammenarbeit des Vereins mit Stadt und Universität: »Wir betreten damit Neuland.«

Im Juni 2007 hatten Stadt, Universität und der VfB die Idee zu einer Kooperation ausgearbeitet. Nach einem halben Jahr Verhandlungen war es schließlich im Dezember zu einem Vertrag gekommen. »Wir haben genau das Richtige getan«, äußerte der JLU-Kanzler Dr. Michael Breitbach am Samstag. Durch die Kooperation könne endlich ein echtes Sportzentrum für Gießen entstehen. »Dies ist ein schöner Beginn der Idee.«

»Die Baukosten liegen am Ende wohl etwas unter dem Rahmen von 450000 Euro«, berichtete der Fußball-Abteilungsleiter Egon Fritz. Einen Anteil von 165 000 Euro trage die Stadt, das Land 120 000 Euro. Der Verein übernehme gut 100 000 Euro. Die Maßnahme sei außerdem möglich aufgrund von Spenden und einer großzügigen Hilfe des Landessportbundes.

»Das ist ein schöner Tag, ganz besonders für den VfB«, freute sich Innenminister Volker Bouffier. Das Ergebnis sei ein »Musterbeispiel dafür, dass mehr herauskommt, wenn sich mehrere zusammentun, als wenn alle für sich hinwerkeln«. Die Kooperation zwischen Stadt, Vereinen und Universität sei für das JLU-Institut der Sportwissenschaften auch im Hinblick auf das Investitionsprogramm »Heureka« der Landesregierung für die Hochschulen von Bedeutung. »Auch die Volkshalle werden wir uns anschauen«, sagte Bouffier. »Wir werden uns Chancen nicht entgehen lassen.«

»Es hat sich gelohnt«, sagte Oberbürgermeister Heinz-Peter Haumann. Der Magistrat stehe hinter dem Verein, versicherte er. Gleichzeitig wies er auf die Unterstützung durch die Stadt in den vergangenen Jahren hin. Ein weiteres Grußwort sprach der Sportkreisvorsitzende Prof. Heinz Zielinski. »Viel Spaß und eine konfliktfreie Nutzung«, wünschte er.

Im Oktober stand die Bauphase kurz in einer kritischen Phase. Dies lag offenbar in Kanalarbeiten der Mittelhessischen Abwasserbetriebe vor anderthalb Jahren am Rand des Platzes begründet. Schwere Laster hatten damals den Platz befahren. Als der Kunstrasen ausgelegt werden sollte, »schwamm ein drei Meter breiter Streifen entlang des Platzes«, berichtete Projektsteuerer Gundolf. In einer spontanen Aktion über ein Wochenende hinweg ließ er den Boden mit neuem Material auf füllen.

An einigen Stellen an der von Bäumen beschatteten Südseite des Platzes fallen noch dunkle Flecken auf. An diesen feuchten Punkten ist der Quarzsand, der den Kunstrasen verfüllt, nicht ganz hinabgerieselt. Dies soll im kommenden Frühjahr nachgebessert werden.

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