26. September 2013, 21:08 Uhr

Kunsthalle zeigt Malerei von Detlef Beer

Die Kunsthalle zeigt Malerei von Detlef Beer aus den letzten 20 Jahren. Am Sonntag, 29. September, um 11.30 Uhr ist Vernissage, die Ausstellung läuft bis zum Januar 2014.
26. September 2013, 21:08 Uhr
Hat ein Faible für das Karge und kunsthistorische Assoziationen: Detlef Beer. (dkl)

Wir sind im Jahr 100 der abstrakten Kunst. 1913 malte Kasimir Malevitsch sein »Schwarzes Quadrat«, ein Experiment mit weitreichenden Folgen. Was ist seitdem nicht alles in diesem Bereich erprobt und gefunden worden. Nicht immer zum Vergnügen des einzelnen Betrachters, aber zur Bereicherung unserer gesamten Kunst und Kultur. Was wären wir ohne die farbenfroh-lyrischen Bilder von Kandinsky, was ohne die vielfältigen Versuchsreihen der Nachkriegsmoderne. Einer der Künstlernachfahren, der sich mit all diesen Künstlern auseinandergesetzt hat, ist jetzt mit seinem Werk in der Kunsthalle Gießen zu erleben.

+++ Einige Fotos von der Ausstellung gibt es in der Bildergalerie

Detlef Beer startet in sein sechstes Lebensjahrzehnt. Der aus Wolfenbüttel stammende Maler und Zeichner studierte Kunst in Braunschweig und Kunstgeschichte in Bonn. Am Rhein ist er hängen geblieben, lebt dort seit gut 20 Jahren. Im Bonner Raum war er über die Jahre auch mit Ausstellungen vertreten, erhielt 2001 den Kunstpreis der Stadt Bonn, bekam Förderstipendien, zuletzt eines für eine Katalogerstellung. Dieser liegt nun vor und kann in der Kunsthalle erworben werden; er zeigt einen Überblick über Beers zeichnerisches Schaffen der letzten 20 Jahre.

Auch die Ausstellung in der Kunsthalle ist ein 20-Jahre-Rückblick, im Schwerpunkt mit dem Blick auf die Malerei. Für eine Auswahl Zeichnungen wurde mittels der beweglichen Wände ein Kabinett geschaffen. Am Eingang hängen zwei kleinformatige Arbeiten aus seiner Zeit als Meisterschüler, in denen vieles angelegt ist, womit er sich in seinem Kunstschaffen intensiv und akribisch beschäftigt hat. Die Kombination von kühl leuchtendem Gelb mit dunkelbraunen Pinselzeichnungen hat er 2009 noch einmal aufgegriffen und in eine neue Form überführt: Gelber Grund und zentraler gelber Punkt, dazwischen ein lehmig, matschig, dschungelartiges Gewimmel.

Ein leises Gefühl des Unbehagens beschleicht einen auch bei den neuesten Arbeiten, in denen er erstmals Rot verwendet. Mal als schmaler Rahmen, mal als Doppelkreise, die an Augen erinnern, oder an eine Keule oder ähnliches. Immer bleibt es im Vagen und Unbestimmten, auch durch den Hintergrund feiner Horizontallinien, die mit nasser Farbe und breitem Pinsel geführt Vibrationsspuren aufweisen. Dazwischen lag seine blaue Phase (2000 - 2010). Ein dunkles, fast schwarzes Blau, in dem fensterartige Öffnungen den Blick auf die weiße Leinwand und schwebende Pinselkurvaturen freigeben. K. O. Götz entzerrt, fällt der Berichterstatterin dazu ein. Ja, stimmt der Künstler zu, das trifft es gut, und zugleich ist der Gegenpol Rupprecht Geiger dabei, der mit Farbverdichtungen gearbeitet hat.

So ist es in der gesamten, auf den ersten Blick sperrig und karg wirkenden Ausstellung. Bei einer im Wortsinne näheren Betrachtung entstehen viele kunsthistorische Assoziationen. Das reicht bis in die Romantik, so Kuratorin Dr. Ute Riese. Vor dem streng geometrisch-symmetrischen Bild mit einem weißen Block vor blauem Hintergrund, erfährt man auf heutige Weise den Blick von C.D. Friedrichs »Mönch am Meer«: in die große weite Leere des Universums.

Die Eröffnung ist am Sonntag um 11.30 Uhr, die Ausstellung läuft bis 5. Januar 2014, Führungen siehe www.kunsthalle-giessen.de. Besonders hingewiesen sei auf die Mal-Workshops, deren Ergebnisse an eigens aufgestellten Wänden präsentiert werden.

Dagmar Klein

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