14. September 2011, 22:25 Uhr

Klinikum: Zukunft vieler Altgebäude ungeklärt

Gießen (si). Vor über vier Monaten hat das Universitätsklinikum seinen Neubau am Seltersberg bezogen. Das 595-Betten-Haus beherbergt einen Großteil der Abteilungen, die bislang in eigenen Gebäuden untergebracht waren – breit verstreut im Karree zwischen Schubert-, Friedens- und Frankfurter Straße.
14. September 2011, 22:25 Uhr
Die ehemalige Frauenklinik ist mittelfristig wieder für die Krankenversorgung vorgesehen.

Auf über 100 Häuser war das Klinikum verteilt. Etliche stehen jetzt leer. Da liegt die Frage nahe, welche Pläne es für den Altbestand gibt. Die Antwort: Einige Häuser wurden übergangslos weitergenutzt, für andere gibt es konkrete Pläne, beim größten Teil ist die Zukunft offen. Mit den Details befasst sich eine Arbeitsgruppe, in der Vertreter mehrerer Landesministerien, der Justus-Liebig-Universität und der Uniklinikum Gießen und Marburg GmbH (UKGM) sitzen.

In ihren bisherigen Gebäuden geblieben sind große Teil der Chirurgie – deren in den frühen 90er Jahren entstandener Neubau (an der blauen Kugel) wurde in das Bettenhaus integriert. Natürlich auch die Kinderklinik, die 2007/08 als erster Teil des neuen Gebäudekomplexes entstanden ist. Ferner die Augen- und die Hautklinik – das war nicht geplant. Für sie war im Neubau kein Platz, wie sich erst nach Beginn der Bauarbeiten herausstellte. In diesen beiden Altgebäuden sind noch aufwendige Sanierungen notwendig.

Auch die Psychiatrie ist nicht mit ins neue Bettenhaus gezogen. Sie wird ab dem nächsten Jahr in das frühere Haupthaus der Inneren Medizin wechseln, das dafür umgebaut wird und einen Erweiterungsbau erhält.

Was aus den alten Psychiatriegebäuden im Quartier Am Steg wird, ist noch offen. Das Ende des 19. Jahrhunderts errichtete Ensemble mit Pavillons und Villen steht unter strengem Denkmalschutz und darf nicht abgerissen werden.

Ein imposanter Bau ist auch die Alte Chirurgie an der Klinikstraße. Sie wird komplett vom Fachbereich Medizin der Justus-Liebig-Universität übernommen werden – der will darin ein reines Lehrgebäude mit Hörsälen, Seminarräumen und Büros unterbringen. Das Dekanat sei schon mit den Planungen beschäftigt, der Umbau solle im kommenden Jahr beginnen, sagte Klinikumssprecher Frank Steibli der Gießener Allgemeinen Zeitung. Die Kosten werden auf rund 15 Millionen Euro veranschlagt.

Derzeit wird die alte Frauenklinik für Lehrveranstaltungen genutzt. Sobald die Umbaumaßnahmen in der Chirurgie abgeschlossen sind, werde dieses Gebäude wieder der Krankenversorgung zur Verfügung stehen, sagte Steibli. Konkrete Planungen – etwa aus welchen Abteilungen die Patienten kommen werden – gebe es noch nicht.

In der ehemaligen Lungenklinik am Seltersberg sind nach dem Umzug Teile der Verwaltung eingezogen, außerdem die Psychosomatik (Haus A) und die psychosomatische Tagesklinik (Haus B).

Die alte Orthopädie am früheren Parkhaus an der Uhlandstraße wird ab dem nächsten Jahr abgerissen. Dort entstehen Grünflächen und Parkplätze.

Das UKGM sei derzeit für alle Gebäude auf dem Gelände verantwortlich, sagte Steibli. Das Land sei erst dann wieder gefordert, wenn es – wie in der Alten Chirurgie geplant – ein Haus tatsächlich übernehme. Zur Folge hat das unter anderem, dass das Klinikum in den leerstehenden Häusern die Wasserleitungen kontrollieren muss. Um Keimbildungen zu verhindern, lassen Mitarbeiter regelmäßig Wasserhähne, Toilettenspülungen und Duschen laufen. Derzeit geschieht das dreimal pro Woche – nach Angaben Steiblis bei über 2500 »Spülstellen«.

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