19. September 2014, 22:28 Uhr

Kirchenplatz-Grabung geht in die Verlängerung

Gießen (mö). Die Mittelalter-Grabung am Kirchenplatz wird um einen Monat verlänghert und soll Ende Oktober beendet werden. Lässt es die Witterung zu, soll anschließend mit den Arbeiten zum Umbau des Gießener Mittelpunkts begonnen werden.
19. September 2014, 22:28 Uhr
Wie alt ist dieses Holz? (Foto: mö)

Bis zum kommenden Frühsommer soll der umgestaltete Kirchenplatz dann wieder zur Verfügung stehen, auch für die großen Veranstaltungen wie Stadtfest und Weihnachtsmarkt.

Dies gaben am Freitag die Stadt und die Hessen Archäologie in einer gemeinsamen Erklärung bekannt. Die aufsehenerregenden Holzfunde, die seit einigen Tagen im westlichen Bereich des Grabungsfelds gemacht werden (die GAZ berichtete), hatten zu Spekulationen über eine Verlängerung der Grabung sogar bis ins nächste Jahr hinein geführt. Dazu kommt es nun nicht. Den Experten der Hessen Archäologie reicht die einmonatige Verlängerung offenbar aus. »Genau diese Zeit brauchen wir, um unsere Arbeit fachgerecht abschließen zu können«, wird der stellvertretende Landesarchäologe Dr. Udo Recker in der Presseerklärung zitiert.

Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz erinnerte daran, dass die archäologische Untersuchung, die bewusst auch als Schaugrabung parallel zur Landesgartenschau laufen sollte, ursprünglich Ende September hätte enden sollen. Angesichts der Holzfunde bestehe nun »ein großes Interesse daran, mehr davon zu erfahren, woher wir kommen«, bezog sich die Rathauschefin auf die Vermutung, dass das Holz zur »identitätsstiftenden Burg der Grafen zu Gleiberg« und mithin zur Keimzelle Gießens gehört. Grabe-Bolz: »Auf dieser Burg gründet sich unsere Stadt.«

In den jüngsten Grabungsschnitten im Westteil des Platzes waren Mauerfundamente und deren hölzerne Substruktionen aufgedeckt worden, die genau dieser Burg, die erstmalig um 1200 Erwähnung fand, zuzuordnen sind. Grabungsleiter Dr. Dieter Neubauer«: »Dieser Fund erzählt uns viel über die Baugeschichte der Burg, und durch die gut erhaltenen Hölzer sind absolute Datierungen sowie Aussagen über Größe, Form und Bauphasen möglich.« Aus archäologischer Sicht seien deshalb diese Funde »absolut spannend« und müssten näher untersucht werden. Neben neuen Erkenntnissen werde die Grabung auch Stücke zur Veranschaulichung der Stadtgeschichte liefern. So sei angedacht, die Holzstrukturen nach entsprechender konservatorischer Behandlung im Oberhessischen Museum auszustellen und sich dort vertiefend mit dem Ursprung Gießens auseinanderzusetzen.

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