09. August 2018, 06:00 Uhr

Jobticket

Jobticket für Rathaus-Mitarbeiter

Die Stadt will den Beschäftigten das Bus- und Bahnfahren schmackhaft machen. Auch Angehörige dürfen mitfahren.
09. August 2018, 06:00 Uhr

Von Christoph Hoffmann , 1 Kommentar

Die Straßen sind überfüllt, die Luft ist schmutzig. Ein Lösungsansatz für diese Problematik ist der Umstieg aus dem Auto in Bus oder Bahn. Die Stadt Gießen will ihren Mitarbeitern diesen Schritt durch ein Jobticket schmackhafter machen. Bürgermeisterin Gerda Weigel-Greilich hat am Dienstagabend bei der Magistratspressekonferenz die Details vorgestellt. Sollte das Parlament zustimmen, könnte es zum 1. Januar 2019 losgehen.

1185 Mitarbeiter

»Das Jobticket ist als Bestandteil des Luftreinhalteplans zu sehen«, sagte Weigel-Greilich und fügte an, dass der motorisierte Individualverkehr die Hauptursache der Grenzwertüberschreitungen beim Stickstoffdioxid sei. Das Jobticket bezeichnete sie als einen starken Anreiz zum Umstieg auf den Öffentlichen Personennahverkehr.

Die Idee eines Jobtickets ist nicht neu, in Gießen wird schon seit Jahren darüber debattiert. Andernorts gibt es sie bereits schon, sowohl bei öffentlichen als auch privaten Arbeitgebern. Das Land Hessen bietet sein sogenanntes Landesticket seit Anfang dieses Jahres an, 145 000 Bedienstete können den öffentlichen Nahverkehr kostenlos nutzen. 13 000 davon arbeiten in Gießen.

 

Fünf Euro Beteiligung

 

Zum neuen Jahr könnte es 1185 zusätzliche Menschen werden. So viele Männer und Frauen arbeiten im Rathaus. Sollten sie das Angebot annehmen – sie müssten sich mit monatlich fünf Euro beteiligen –, könnten sie das Ticket nicht nur für den Weg zur Arbeit nutzen, sondern das gesamte RMV-Gebiet befahren. Ab 19 Uhr und an den Wochenenden auch mit einer Begleitperson und Kindern.

Die Kosten für das Jobticket belaufen sich auf rund 198 000 Euro pro Jahr, zumindest dann, wenn alle Mitarbeiter des Rathauses das Angebot in Anspruch nehmen würden. Abzüglich der fünf Euro, die die Beschäftigten beisteuern müssten, wären das also etwa 192 000 Euro.

Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz sieht in dem Angebot nicht nur einen Beitrag zum Klimaschutz, sondern auch eine Eigenwerbung für die Stadt als Arbeitgeber. Auf dem zunehmend umkämpften Arbeitsmarkt könne das Rathaus nun mit Landesbehörden und Hochschulen gleichziehen. Dadurch könne auch dem drohende Fachkräftemangel in der Verwaltung entgegengewirkt werden. »Wir sind daher stolz auf dieses Angebot«, betonte die Oberbürgermeisterin und kündigte an, dass die städtischen Gesellschaften das Angebot ebenfalls übernehmen könnten.

Ob Stadttheater, Wohnbau oder die Mittelhessischen Wasserbetriebe (MWB) folgen, wird sich zeigen. Die Finanzierung müssten die Einrichtungen aus dem eigenen Etat stemmen.

Sowohl Grabe-Bolz als auch Weigel-Greilich äußerten die Hoffnung, dass die Gesellschaften ihren Angestellten das Angebot unterbreiten werden. Und gleichzeitig erhoffen sie sich, dass sich in der privaten Wirtschaft einige Nachahmer finden.

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