03. September 2018, 22:01 Uhr

Halbes Jahrhundert im Blick

03. September 2018, 22:01 Uhr
Schüler der Jahrgangsstufe 6 bitten die drei GGO-Schulleiter zum Interview. (Foto: csk)

Zur Feier des Tages wird die Sporthalle Ost zur »Pride of East«. Noch ein paar Umbauten an der Kulisse, dann ist sie startklar. »Das Schätzchen ist zwar schon 50, aber so gut wie neu«, beruhigt eine Flugbegleiterin aus der Musical-AG währenddessen ihre überraschten Passagiere, die eben noch Besucher des Festakts zum 50-jährigen Bestehen der Gesamtschule Gießen-Ost (GGO) waren. Wenig später hebt das Raumschiff ab – bei der vielumjubelten Vorpremiere des aktuellen Schulmusicals. Als die Schulband »OSTinato« anschließend das neue Schullied schmettert, gibt es endgültig kein Halten mehr. Spätestens jetzt ist auch die Stimmung an Bord galaktisch.

Zuvor war am Freitagabend in gut zwei Stunden ein halbes Jahrhundert Schulgeschichte am Publikum vorbeigezogen. Manuel Lösel, Staatssekretär im hessischen Kultusministerium, schilderte die Anfänge. 1968 sei mit der GGO eine der ersten integrierten Gesamtschulen bundesweit entstanden, sagte er und lobte die Vorbildfunktion: »Sie sind hier praktisch Vorläufer gewesen.« Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz würdigte die Schule als »bildungspolitischen Leuchtturm und eine echte Alternative für Gießen« – die »Anhängerin von integrierten Gesamtschulen« nahm ebenfalls das große Ganze in den Blick: »Aus Gießen heraus ist auch Bildungsgeschichte geschrieben worden.«

Sanierung und Erweiterung steht an

Den Reigen der Geschenke eröffnete Lösel mit einem Scheck. Arne Hogrefe vom Staatlichen Schulamt sang »der jugendlichen 68erin Ostschule« nach seiner Rede sogar ein Ständchen. Und Schuldezernentin Astrid Eibelshäuser rückte die viel diskutierte bauliche Sanierung und Erweiterung des Geburtstagskinds in den Mittelpunkt. Einen Termin, wann die Arbeiten beginnen, nannte sie zwar nicht. Sie sei aber »sehr zuversichtlich, dass im nächsten Jahr die ersten Steine bewegt werden«, so Eibelshäuser. Im Namen des Schulelternbeirats gratulierte Anja Fehrenbach der GGO, für die Schüler übernahm dies Marlene Runde.

Die eigentlichen Höhepunkte der Feier versteckten sich bei alledem zwischen den Reden. So dokumentierten die »Ostschulschlagzeilen« 50 Jahre im Spiegel der Presse, ehe ein Film zeigte, was sich die Schulgemeinde für die Zukunft wünscht. Das investigative Meisterstück des Abends blieb indes acht Schülern der Jahrgangsstufe 6 vorbehalten: Sie baten die zwei ehemaligen und den aktuellen GGO-Schulleiter zum Dreierinterview.

Otto Hedrich erinnerte an die Gründungszeit der Schule sowie an einen Abistreich, bei dem ganze Treppenhäuser eingeseift wurden. Sein Nachfolger Heribert Ohlig verriet augenzwinkernd, wie wiederum seine Nachfolge geregelt wurde, ehe Frank Reuber, seit 2014 in Amt und Würden, erklärte, warum in seinem Büro ein Basketballkorb über dem Papierkorb hängt. 50 Jahre, drei Schulleiter, nur Männer – da durfte eine Frage natürlich nicht fehlen: »Können Sie sich vielleicht auch eine Frau als Schulleiterin vorstellen?«. Ja, sie können.

Dem Blick in die Zukunft folgten die Reise mit dem Raumschiff und das Schullied. »Wir sind ’ne Schule mit Ambition, okay, nicht jeder weiß davon«, heißt es darin. Ersteres belegte der Festakt, den Antina Albrecht, Nicolas Wiefelspütz und Sandra Sudler moderierten, eindrucksvoll. Letzteres durfte man zumindest an diesem Abend bezweifeln.

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