21. Oktober 2009, 20:32 Uhr

Große Mehrheit für Prof. Katja Becker

Gießen (fd). »Ich freue mich, mit dieser breiten Unterstützung im Rücken das Amt antreten zu dürfen«, sagte Prof. Katja Becker nach Bekanntgabe der Wahlergebnisse. Der Erweiterte Senat hat die 44-jährige Medizinerin am Mittwoch mit großer Mehrheit zur neuen Zweiten Vizepräsidentin der Justus-Liebig-Universität gewählt.
21. Oktober 2009, 20:32 Uhr
Einer der ersten Gratulanten für die neu gewählte Zweite Vizepräsidentin Prof. Katja Becker war der noch bis Dezember amtierende JLU-Präsident Prof. Stefan Hormuth. (Foto: fd)

Für sie gab es 29 Ja-Stimmen, eine Nein-Stimme und drei Enthaltungen. In ihrem neuen Amt wird sich die erste Frau im JLU-Präsidium insbesondere mit Fragen der Forschung und der Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses befassen.

Prof. Becker tritt die Nachfolge von Prof. Karl-Heinz Kogel an, dessen dreijährige Amtszeit am 1. November endet. Sie war vom Präsidenten vorgeschlagen worden und musste sich keinen Konkurrenten stellen.

Bei der öffentlichen Anhörung vor der Wahl in der Aula des Uni-Hauptgebäudes fasste sie die hochschulpolitische Aufgabe der nächsten Jahre so zusammen: »Unser Ziel muss es sein, in vielen Bereichen exzellent zu bleiben und so Unterstützungen zu sichern, damit wir die breite Aufstellung der Universität weiter aufrechterhalten können.« Als Zweite Vizepräsidentin wolle sie ihr Möglichstes tun, diesen »schmalen Grat« zu gehen. Das deutliche Wahlergebnis bestätigte, dass die Vertreter aus Professorengruppen, von Studierenden und wissenschaftlichen Mitarbeitern aus dem Erweiterten Senat diesen Weg in den nächsten drei Jahren zusammen mit ihr bewältigen wollen.

Seit dem Jahr 2000 hat Becker, Jahrgang 1965, die Professur für Biochemie der Ernährung des Menschen am Interdisziplinären Forschungszentrum inne. Sie forscht unter anderem an der Rolle von oxidativem Stress bei der Entstehung von Krankheiten sowie an der Entwicklung neuer Medikamente. Zudem ist sie eines der jüngsten Mitglieder der renommierten Deutschen Akademie der Naturforscher, der Leopoldina.

Beckers wissenschaftliche Laufbahn begann mit dem Studium der Medizin an der Universität Heidelberg. Ihre Promotion schloss sie 1988 ab, 1996 wurde sie für das Fach Biochemie an der Medizinischen Fakultät der Universität Heidelberg habilitiert. Ihre Ausbildung führte Katja Becker an Krankenhäuser in Oxford und Basel sowie als Postdoktorandin an die Universität Sydney. 1998 legte sie die Facharztprüfung »Biochemie« in Heidelberg ab. Sie arbeitete als Oberassistentin am Biochemiezentrum der Universität Heidelberg, bevor sie als Nachwuchsgruppenleiterin an das Zentrum für Infektionsforschung an der Universität Würzburg berufen wurde.

Nach Prof. Kogel vom Institut für Phytopathologie und Angewandte Zoologie folgt also wieder eine Naturwissenschaftlerin. Zur Frage der studentischen Vertreter im Senat nach der zukünftigen Rolle der Geisteswissenschaften in der JLU erklärte Becker: »Mir liegt sehr viel am Austausch mit den Kollegen an anderen Fachbereichen.« Die breite Aufstellung der Universität dürfe nicht zum Gegeneinander führen, sondern müsse im Miteinander münden: »An der JLU sind viele hoch profilierte, aber auch herausragende junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit innovativen Ansätzen tätig. Ich sehe dem interdisziplinären Dialog sowie der gemeinsamen Entwicklung neuer Projekte daher mit Begeisterung entgegen.«

Ein Bericht über die anschließende JLU-Senatssitzung steht auf Seite 24.

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