Gipsverband und Trost von Dr. Ted.

Gießen (cg). »Oh du armer Kerl, kein Wunder, dass es dir nicht gut geht.« Liebevoll streichelt Dr. Ted. Teresa das Plüschfell des Hundes. Das Tier, das hat sie gemeinsam mit der besorgten Hundemutter Maria (6) herausgefunden, hat entzündete Ohren und Fieber.
19. Juni 2013, 20:48 Uhr
Ob Bär, Wildkatze oder Pferd – die Dr. Teds brachten alle kranken Kuscheltiere wieder auf die Beine. Fazit der Kinder: Eigentlich super, so ein Besuch im Krankenhaus . (Foto: Schepp)

Es bekommt ein Medikament, und schon bald wird Bello wieder munter sein. Bei Miezi, der kleinen Katze von Emilia, ist das nicht so einfach. Sie hat beide Beine gebrochen und braucht einen Gipsverband. – Die Wiese vor dem Zeughaus hatte sich am Mittwoch in ein Lazarett mit vielen weißen Zelten verwandelt. Dutzende verletzte Kuscheltiere wurden eingeliefert und nach der Behandlung mit dicken Verbänden, Medikamenten und guten Wünschen entlassen. Die Teddyklinik war wie in den Jahren zuvor ein großer Erfolg.

Zum siebten Mal waren gestern die Fachschaft Humanmedizin der Justus-Liebig-Universität und die Humanmedizinstudenten mit der Teddyklinik vor Ort, und von überall aus der Stadt und dem Landkreis Gießen strömten Kinder herbei. Zahlreiche Kindertagesstätten hatten die Einladung gerne angenommen, denn in der Teddyklinik werden die Kleinen auf spielerische Weise mit den Abläufen in einer Arztpraxis oder in einem Krankenhaus vertraut gemacht. Die Kinder hatten sich auf den Besuch gut vorbereitet. Jeder hatte ein Lieblingskuscheltier dabei und berichtete von mehr oder weniger dramatischen Erkrankungen: Da gab es einen Teddy, der einen Knopf verschluckt hatte, dem nächsten musste die Nase gerichtet werden, weil ein Spielkamerad hineingebissen hatte. Dann gab es zahlreiche Patienten mit Bauchweh, Fieber und gebrochenen Beinen.

Geschickte Assistenten

Wie gut, dass so viele nette Dr. Teds zur Verfügung standen, die sich um Zwei- und Vierbeiner kümmerten. Wie im richtigen Leben gab es zunächst ein Gespräch, in dem die Beschwerden geschildert wurden. Ihm folgten gründliche Untersuchungen mit Blutdruckmessgerät, Stethoskop und Reflexhammer. Die Kinder durften selbst Hand anlegen und diverse Instrumente ausprobieren und erwiesen sich beim Fiebermessen oder bei der Ohrenuntersuchung als geschickte Assistenten. Nach der Diagnose folgte die Therapie: Beim Röntgen konnten die Kinder nachschauen, ob die Knochen ihrer Lieblinge tatsächlich gebrochen waren, anschließend ging es zum Gipsen, zum Verbinden oder ins Operationszelt. Zu guter Letzt bekamen sie in der Apotheke per Rezept eine kleine Grundausstattung für Notfälle – tröstende Gummibärchen waren auch dabei – und konnten sich wieder auf den Heimweg machen. Wer mochte, konnte auch beim Erste-Hilfe-Kurs hineinschnuppern oder sich einen Rettungswagen der Johanniter-Unfall-Hilfe von innen anschauen und erklären lassen.

Während die Kinder anfangs noch ein wenig schüchtern ihre Kuscheltiere präsentierten, gingen die meisten bald auf das Spiel der freundlichen Dr. Teds ein: »Ja, ich glaube auch, dass die Robbe Schmerzen hat, sie braucht bestimmt Medizin«, war da ebenso zu hören wie »Die nächsten zwei Tage bleibt Dino im Bett, dann geht auch das Fieber weg.«

Die Teddyklinik, die es mittlerweile bundesweit gibt, hat nicht nur zum Ziel, Kindern Berührungsängste zu nehmen, sondern sie ist auch ein beliebtes Übungsfeld für die angehenden Mediziner, die noch wenig Erfahrung im Umgang mit Kindern haben. Den Dr. Teds – rund 50 Studierende hatten sich insgesamt an der Aktion beteiligt – machte die Kuscheltiertherapie offenbar ebenso viel Freude wie den Kindern. Solche gut gelaunten, freundlichen und zugewandten Ärzte wünschen sich nicht nur kleine, sondern auch große Patienten.

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