09. Juni 2018, 14:00 Uhr

Elefantenklo

Gießens Wahrzeichen in »peinlichem« Zustand

Überwuchert von Unkraut, ungepflegt, lieblos: Ausgerechnet im Jahr des 50. Geburtstags präsentiert sich das Elefantenklo in schlechtem Zustand. Die Stadt wirbt um Verständnis – und gelobt Besserung.
09. Juni 2018, 14:00 Uhr
Armes Elefantenklo: Keine Pflänzchen außer Unkraut. (Foto: Schepp)

Peter Ruhwedel aus Rödgen traute seinen Augen nicht. Als er am vergangenen Wochenende mit Urlaubsbekannten einen Bummel durch die Gießener Innenstadt machte, führte ihn der Weg auch auf das Elefantenklo. »Alle Besucher waren völlig sprachlos über den Pflegezustand, der mit katastrophal nur unzureichend beschrieben ist. Von Unkraut überwuchert und ohne jeglichen Blumenschmuck ausgestattet, ist das als Einfallstor zum Seltersweg dienende Bauwerk nicht nur für Neuankömmlinge eine Schande. Es ist einfach nur peinlich«, schimpfte der Rödgener.

In der Tat sieht das Elefantenklo 50 Jahre nach seiner Einweihung zurzeit wenig einladend aus. In den Kübeln sind keine Pflanzen zu finden. Das Unkraut frisst sich durch die Fugen an die Oberfläche. Peter Ruhwedel ist nicht der einzige, den dieser Zustand kopfschüttelnd zurücklässt.

Doch die Stadt wirbt um Verständnis. »Die Reinigung des E-Klos ist tatsächlich ein schwieriges Pflaster. Sie kann nur mit erheblichem Aufwand manuell erfolgen. Da es aus jeder Fuge grünt, haben die Kollegen des Tiefbauamtes vor einigen Jahren versucht, die Fugen zu verschließen. Dies führte jedoch nicht zum gewünschten Erfolg. Das Wildkraut fand trotzdem seinen Weg«, erklärt Stadtsprecherin Claudia Boje. »Wir reinigen einmal im Frühsommer und einmal im Herbst – je nach Witterung mehr oder weniger nachhaltig. In den nächsten Tagen wird das Stadtreinigungsamt wieder aktiv«, sagt Boje und verspricht damit Besserung.

Dass die vielen Kübel derzeit nicht bepflanzt sind, hat einen anderen Grund. Es ist Sache des Gartenamts. »Wir sind mit der Kübelbepflanzung in Verzug, aber sie kommt«, sagt Amtsleiter Thomas Röhmel. Wenig Personal, hoher Krankenstand und die Schäden durch das jüngste Unwetter hätten den Zeitplan gehörig durcheinander gewirbelt. »Ich kann verstehen, dass der Zustand derzeit nicht gefällt«, sagt Röhmel. Alle Beteiligten sind aber guter Hoffnung, dass das Elefantenklo nicht erst zum Jubiläumsfest im September, sondern schon sehr bald, wieder herausgeputzt wird.

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