17. April 2018, 11:15 Uhr

Türkei

Gießener in Türkei in Haft: Mutter fühlt sich von Pflichtverteidiger unter Druck gesetzt

Seit 34 Tagen sitzt ein Gießener in einem türkischen Gefängnis. Seit 34 Tagen versucht seine Mutter mit ihm zu telefonieren. Bisher erfolglos. Der Pflichtverteidiger ihres Sohnes macht ihr Sorgen.
17. April 2018, 11:15 Uhr
Claudia S. mit Sohn Patrick K. (Foto: pm)

Seit 34 Tagen sitzt der Gießener Patrick K. in einem türkischen Gefängnis. Seit 34 Tagen versucht seine Mutter Claudia S. mit ihm zu telefonieren. Doch die türkischen Behörden lassen das nicht zu. Lediglich mit dem Pflichtverteidiger ihres Sohnes habe sie Kontakt, sagt Claudia S.: »Er setzt mich immer unter Druck und fordert, dass ich ihm Geld überweisen soll. Das geht schon die ganze Zeit so.« Die ungewisse Situation ihres jüngsten Sohnes macht der Mutter schwer zu schaffen: »Ich sitze hier auf heißen Kohlen. Meine Nerven sind kurz vor dem Zerreißen.« Und eine Besserung scheint nicht in Sicht.

Am 14. März ist Patrick K. in der türkischen Stadt Silopi im syrischen Grenzgebiet festgenommen worden. Ihm wird vorgeworfen, er habe die Grenze überqueren und sich den kurdischen Rebellen der YPG anschließen wollen. Laut türkischen Nachrichtenagentur Anadolu soll bei dem 29-Jährigen Material sichergestellt worden sein, das Verbindungen zur YPG und der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK nachweisen soll. Dem Gießener wird die Unterstützung einer terroristischen Vereinigung vorgeworfen. Mutter und Freunde von Patrick K. betonen hingegen, er habe in der Türkei lediglich wandern wollen.

Am Samstag hat auch die kurdische Gemeinde Deutschland auf Patrick K. aufmerksam gemacht. An einem Stand auf dem Seltersweg informierten die Mitglieder zusammen mit Freunden und dem Bruder von Patrick K. über den Fall. Als Nächstes soll eine Petition auf den Weg gebracht werden, auch Geld soll gesammelt werden. Mit diesen Mitteln wollen die Angehörigen einen neuen Anwalt finanzieren. Denn in den bisherigen Pflichtverteidiger haben sie kein Vertrauen, sagt Claudia S.: »Wie gesagt, er tut gar nichts, außer dass er Geld fordert.«

Mit der Botschaft in Ankara stehe sie weiterhin in Kontakt. Inzwischen aber nur noch sporadisch. »Mir wird immer wieder gesagt, es gibt nichts Neues. Die Botschaft hat meine Daten an die türkischen Behörden weitergegeben.« Um endlich zusätzliche Informationen zu erhalten, würde Claudia S. am liebsten sofort in die Türkei fliegen. Nicht alleine, sondern zusammen mit ihrem ältesten Sohn. »Aber leider haben wir dafür momentan kein Geld.«

Somit bleibt der Mutter im Moment nicht viel anderes übrig, als zu warten. Und zu hoffen, dass die Petition, die dieser Tage aufgesetzt werden und sich an das Auswärtige Amt richten soll, etwas in Gang setzt.

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