12. September 2018, 14:00 Uhr

Kunsthalle

Gießener Kunsthalle droht größerer Umbau

Bei einer Ausstellung in der Kunsthalle sind an einzelnen Werken größere Schäden entstanden. Daraus zieht die Stadt nun Konsequenzen.
12. September 2018, 14:00 Uhr
Die Ausstellung von Katharina Sieverding geht im Jahr 2015 in der Kunsthalle problemlos über die Bühne. (Archivfoto: Schepp)

Wie in der vergangenen Woche berichtet, sind in der Kunsthalle rund 70 000 Euro Mehrkosten für Ausstellungen aufgelaufen. Abzüglich der eingeworbenen Sponsorengelder muss die Stadt Gießen nun 22 500 Euro an ungeplanten Mehrkosten aufbringen. Gut 10 000 Euro davon entfallen auf ein größeres Problem: Bei der Ausstellung »Schwellengeschichten« der Künstlerin Mirjam Kuitenbrouwer sind in der Kunsthalle nämlich zwischen November 2016 und Februar 2017 »erhebliche Schäden« an einigen Werken entstanden.

Der Grund dafür waren starke Temperaturschwankungen und eine zu hohe Luftfeuchtigkeit, die die Koppelung der Klimatechnik von Kunsthalle und benachbartem Konzertsaal verursacht habe. Nadia Ismail, Kuratorin der Kunsthalle, sprach in diesem Zusammenhang in einem offiziellen Dokument von »höchst problematischen« Klimaverhältnissen in der Kunsthalle, die nicht dem Standard für einen Ausstellungsbetrieb entsprächen.

 

Kunsthalle Gießen: Sofortmaßnahmen ergriffen

Die Stadt ist erst durch den Schaden an den Kunstwerken auf das Problem aufmerksam geworden und greift mittlerweile zu Sofortmaßnahmen. »Da die Belüftungs- und Heizsysteme von Hermann-Levi-Saal und Kunsthalle zusammenhängen, haben wir vor längerem entschieden, dass die Kunsthalle Vorrang hat«, sagt Claudia Boje, die Sprecherin der Stadt. Vorher sei – je nach Veranstaltung – manuell eingestellt worden, wie das Klima im Konzertsaal sein sollte. Die Kunsthalle hatte dann das Nachsehen.

Dass dies in einer Kunsthalle, die auf überregionale bedeutende Ausstellungen bauen will, nicht so bleiben kann, bestreitet auch die Stadt nicht. »Womöglich steht uns ein größerer Umbau bevor, bei dem die Systeme voneinander getrennt werden müssen«, erklärt Boje. Zunächst sollen jedoch die Mitarbeiter des Hochbauamts, Gutachter und Architekten nach möglichen Lösungen für das Problem suchen. Offensichtlich handelt es sich um einen Planungsfehler. Die Kunsthalle wurde 2009 als Teil des 75 Millionen Euro teuren Rathauses eingeweiht.

 

Kunsthalle Gießen: Bisher nur ein Schadensfall

Dass die mangelhaften Klimaverhältnisse zuerst und bisher einmalig in einer Ausstellung im Jahr 2016 aufgefallen sind, liegt unter anderem daran, dass nicht alle Werkstoffe gleich stark gefährdet sind. »Es ist aber für alle Kunstwerke wichtig, eine in einem gewissen Korridor konstante Temperatur und Luftfeuchtigkeit garantieren zu können. Daran werden wir arbeiten«, sagt Boje. Ein Gutachter bezifferte den Schaden, der an den Kunstwerken von Kuitenbrouwer entstanden war, auf über 18 000 Euro, davon sind noch 10 000 Euro zu zahlen.

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