04. April 2013, 20:43 Uhr

Gießener Band OK KID legt erstes Album vor

Gießen (fd). Clueso schaffte es auf Platz zwei. Hurts ebenfalls. Und Casper eroberte sogar den Thron der deutschen Albumcharts. Mit Four Music eint die sonst so unterschiedlichen Musiker nur das Plattenlabel, auf dem heute auch das erste Album von OK KID erscheint.
04. April 2013, 20:43 Uhr
Die drei Musiker von OK KID (vorn) setzen der Stadt Gießen ein musikalisches Denkmal. (Foto: Four Music)

Darauf liefern Jonas Schubert, Moritz Rech und Raffael Kühle intelligente Texte, überraschende Wortspiele und eingängige Melodien. Die erste Singleauskopplung »Stadt ohne Meer« ist gleich ein Denkmal – für Gießen. Die Heimatstadt der Musiker.

Klar, Gießen hätte etwas besser wegkommen können. So heißt es in »Stadt ohne Meer« zunächst etwa: »Du riechst immer noch nach gestern. Nicht gewaschen. Nicht poliert. Ohne Glanz und ohne Stil.« Aber so kann man die Stadt eben sehen. Und letztlich demontieren die Musiker ihre Heimat – inzwischen lebt das Trio allerdings in Köln – auch nicht, sondern zeichnen Gießen mittels regionaler Querverweise – vom Holzpalast in der Weststadt bis zu den Musikerkollegen von Zwohandbreit – als liebenswerte und ehrliche Stadt nach. »Ich will dich nicht verbessern. Denn niemand passt besser zu mir als du.«

Auf ihrem selbst betitelten Album bleiben OK KID ihren Wurzeln weitestgehend treu: Moritz Rech und Raffael Kühle sind für die Instrumentalisierung und die Beats verantwortlich. Jonas Schubert singt oder rappt seine oft traurigen Alltagsmärchen und seine vornehmend düsteren Beobachtungen. »Aber trotzdem glaube ich nicht, dass wir eine melancholische Band sind, weil auch sehr viel Hoffnung auf der Platte ist. Wenn ich merke, jetzt ziehe ich mich gerade runter, kommt in der nächsten Zeile ein Wortspiel oder irgendwas, was einen wieder rauszieht«, meint Schubert.

++ Ein ausführliches Interview gibt es im aktuellen "Streifzug" ++

Einige der 13 Stücke kennt man bereits aus der Zeit, als die Musiker noch als Jona:S durch die Region zogen. Aus der einst fünfköpfigen Band ist inzwischen ein Trio geworden, in einem Fall gingen die einstigen Kollegen nicht im Guten auseinander. Und auch die Zeiten, in denen sie als Jona:S Stammgast auf Gießens Bühnen waren, sind wohl fürs Erste vorbei.

Ein Konzert in der Heimat haben sie für 2013 zwar versprochen, doch ob es auch mit dem traditionellen Gastspiel auf dem Stadtfest wieder klappt, steht noch in den Sternen: »Die Green-Hill-Bühne wird es ja leider nicht mehr geben. Und zeitlich muss man natürlich auch schauen, ob es passt.« Denn mit dem Vertrag bei Four Music füllte sich auch der Terminplan für den Sommer: So werden OK KID etwa das renommierte »Splash!« eröffnen oder mit dem »Hurricane/Southside« eines der populärsten Musikfestivals des Landes beehren.

Zum Erfolg verdammt sehen sich die Musiker aber auch bei beim großen Plattenlabel Four Music nicht: »Es wird auf jeden Fall ein zweites Album geben. Natürlich müssen wir verkaufen, aber der Druck ist ziemlich gering«, sagt Schubert.

Mit ihrer ersten Platte haben die drei Gießener teils mitreißend vorgelegt: Erfrischend cleverer Rap, frei von Pöbeleien und Attitüdenhascherei. Damit müssen sich OK KID auch nicht vor den neuen Kollegen wie Clueso, Hurts und Casper verstecken.

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