23. Oktober 2015, 17:43 Uhr

Gießener AfD will Höcke nicht

Gießen (mö). Eine »Großveranstaltung« mit Björn Höcke Anfang Dezember wurde abgeblasen. Grund: Die Gießener AfD hält ihn »nicht zielführend« für den Kommunalwahlkampf.
23. Oktober 2015, 17:43 Uhr
Ausnahmsweise ganz links: AfD-Rechtsaußen Björn Höcke am Sonntag in der Talkshow bei Günther Jauch mit dem Deutschland-Fähnchen über der Lehne. (Foto: Red)

Spätestens sein Auftritt in der Polit-Talkshow von Günther Jauch am vergangenen Sonntag hat ihn bundesweit bekannt und zur neuen Galionsfigur aller Rechtspopulisten gemacht: Björn Höcke, Fraktionsvorsitzender der Alternative für Deutschland (AfD) im Landtag von Thüringen. Glaubt man einem Termineintrag des Wetterauer AfD-Kreisverbands, wird der Talkshow-Patriot am 4. Dezember in Gießen bei einer »Großveranstaltung« auftreten. Die Gießener AfD hat diese Information auf GAZ-Anfrage am Freitag umgehend dementiert. Es habe entsprechende Planungen gegeben, aber mittlerweile sei klar, dass diese Veranstaltung nicht in Gießen stattfinden wird, hieß es. Stadtverbandsvorsitzender Arno Enners: »Wir finden Höcke für einen Kommunalwahlkampf nicht zielführend und distanzieren uns aus diesem Grunde von der Veranstaltung.«

Die Gießener Antifa hatte den Termineintrag im Newsletter der Wetterauer AfD entdeckt. Die linksautonomen Neonazijäger verbreiteten daraufhin am Freitag eine Pressemitteilung und bezeichneten Höcke darin als »Integrationsfigur des rechten Rands«, der auch die Nähe zur rechtsextremen NPD nicht scheue.

Ob und wo die Veranstaltung mit dem AfD-Rechtsaußen nun stattfinden wird, ist unklar. Gießen wäre für Höcke jedenfalls kein unbekanntes Pflaster gewesen, denn der 43-Jährige hat in den 90er Jahren in Gießen und Marburg Sport und Geschichte für das Lehramt studiert. Bevor Höcke 2014 in den Landtag von Thüringen gewählt wurde, war er als Lehrer im nordhessischen Bad Sooden-Allendorf tätig. Er könnte nach seiner Mandatsausübung also in den hessischen Schuldienst zurückkehren. Für den Fall, dass eine solche Rückkehr ansteht, hat die Wiesbadener SPD-Landtagsfraktion die Prüfung eines Berufsverbots gefordert. Höcke sei ein »rechter Hetzer« und ungeeignet an der Meinungsbildung junger Menschen mitzuwirken, hieß es in einer SPD-Erklärung nach dem Auftritt bei Jauch. Apropos Auftritt: Am 13. November soll Höcke bei der Marburger Studentenburschenschaft Rheinfranken einen Vortrag halten. Sein Thema: »Flüchtlingskrise und Asylchaos.«

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