18. April 2018, 15:52 Uhr

Nahverkehr

Gießen bekommt neue Buslinien

15 und 17: An diese zwei Nummern werden sich Gießens Stadtbusnutzer ab dem nächsten Fahrplanwechsel im kommenden Dezember gewöhnen müssen.
18. April 2018, 15:52 Uhr

Von Burkhard Möller , 1 Kommentar
(Foto: Schepp/Archiv)

Die beiden Linien sollen künftig die bestehenden und sehr stark genutzten Linien 5 und 1 erweitern, verstärken und damit auch entlasten. Dies beschloss am Dienstagabend der parlamentarische Verkehrsausschuss, dem die SPD/CDU/Grünen-Koalition kurzfristig einen Antrag zum Ausbau des Stadtbusnetzes vorgelegt hatte.

Während Stadt und Stadtwerke bereits angekündigt hatten, dass ab Dezember das Neubaugebiet Marburger Straße West durch einen neuen Linienast der 5 angeschlossen wird, steht jetzt fest, dass es auch auf der 1 ab Dezember Veränderungen gibt. Die längste Linie im Stadtbusnetz, die derzeit zwischen Lützellinden und Rödgen über 50 Minuten braucht, wird durch eine deutlich kürzere und damit schnellere Linie, die vorerst zwischen dem Bahnhof und der Haltestelle Sophie-Scholl-Schule verkehren wird, verstärkt. Sie braucht für diese Strecke etwa 18 Minuten, in einer zweiten Ausbaustufe ist eine Anbindung des Gewerbe- und Wohngebiets »Alter Flughafen« (US-Depot) geplant; dann wird die Fahrzeit etwa 25 Minuten betragen. Wie Bürgermeisterin Gerda Weigel-Greilich gegenüber der GAZ erläuterte, soll diese »Verstärkerlinie« nur von Montag bis Freitag zwischen sieben und 22 Uhr verkehren. Parallel fährt die 1 auf der bisherigen langen Strecke weiter.

 

Ortsbeirat setzt sich durch

Die 15 wird als Ast der Linie 5 ab Dezember das Wohngebiet Marburger Straße West mit der Endhaltestelle Burgenring anfahren, und zwar auf jener Linienführung, die der Wiesecker Ortsbeirat im Februar beschlossen hatte. Demnach biegt die 15 vom Wiesecker Weg in die Ludwig-Richter-Straße ab und fährt über die Marburger Straße zum Neubaugebiet. Es wird drei neue Haltestellen geben, nämlich am Holbeinring, dem Wettenbergring und dem Burgenring. Zwischen Bahnhof und der Endhaltestelle wird die 15 etwa 25 Minuten unterwegs sein. Auf der 5 bleibt es bei der alten Linienführung und Taktung (15 Minuten), so wie es der Ortsbeirat ebenfalls beschlossen hatte. Anders als die 17 wird die 15 auch an den Wochenenden unterwegs sein.

Dies begründet laut Weigel-Greilich auch die höheren Kosten von 480 000 Euro, die der Ausbau der 5/15 jährlich kosten wird. Bei der 1/17 sind es 250 000 Euro. »Wir gehen davon aus, dass der finanzielle Mehrbedarf durch Kompensationszahlungen des Landes für das Landesticket und höhere Erlöse durch zusätzliche Busnutzer gedeckt wird«, erklärte die Bürgermeisterin.

Wie berichtet, plant die Stadt im Zuge des schrittweisen Ausbaus des Gießener Nahverkehrs auch eine Expressbuslinie zwischen dem Bahnhof und der Rathenaustraße. Sie soll auf den Strecken der 801 und 802 verkehren und an nur zwei Haltestellen stoppen. Im Gespräch neben einem Halt am Berliner Platz ist ein zweiter am Schulzentrum Ost, um die Rechts- und Wirtschaftswissenschaften der Universität anzubinden und die Linie 2 etwas zu entlasten. Diese Pläne befinden sich aber noch in einer frühen Phase und könnten auch erst zum Fahrplanwechsel 2019/20 umgesetzt werden, denn bekanntlich werden sich die Arbeiten zur Schaffung eines Campus Philosophikum weit ins Jahr 2019 erstrecken, dies verbunden mit einer langen Vollsperrung der Rathenaustraße.

 

»Alle Buslinien« prüfen

Über die konkreten Veränderungen bei der 1 und 5 hinaus hat die Koalition den Magistrat beauftragt, den erst vor drei Jahren beschlossenen Nahverkehrsplan erneut fortzuschreiben, um dabei eine Neukonzeption »aller Buslinien« zu prüfen. Einzubeziehen seien dabei die höhere Einwohnerzahl sowie die Einführungen von Schüler- und Landesticket sowie des geplanten Jobtickets für die Stadtbediensteten.

Statt diese inhaltliche Fragen zu diskutieren, erging sich der Fachausschuss in einem Streit über die Frage, ob der Koalition die Größe fehle, den Antrag aus dem Wiesecker Ortsbeirat einfach zu übernehmen. Der Antrag der Koalition wurde ungeachtet dieser Debatte einstimmig beschlossen.

Info

Kosten bei über 700 000 Euro

Der Ausbau des Stadtbusnetzes wird eine teure Angelegenheit. Allein für die beiden aktuellen Maßnahmen werden durch den Einsatz zusätzlicher Fahrzeuge jährliche Mehrkosten in Höhe von 730 000 Euro erwartet. 480 000 Euro sind es laut Bürgermeisterin Weigel-Greilich bei der 5/15, weil die 15 auch an den Wochenenden fährt. Bei der 1/17 sind es 250 000 Euro. »Wir gehen davon aus, dass der finanzielle Mehrbedarf durch Kompensationszahlungen des Landes für das Landesticket und höhere Erlöse durch zusätzliche Busnutzer gedeckt wird«, erklärte die Bürgermeisterin.

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