30. Oktober 2017, 19:00 Uhr

»Scavenger Hunt«

Gießen: Darum laufen Orks durch die Stadt

Sie haben einen Ork gesehen? Sie müssen sich keine Sorgen machen, denn das ist durchaus möglich. Das steckt dahinter.
30. Oktober 2017, 19:00 Uhr
Fast vollständig: Bis auf ein Mitglied macht das Team »Party Orkz!«, bestehend aus Matthias Rehbein (v.l.), Steffen Dörr, Thomas Flemmer und Fabian Hohl, beim »Scavenger Hunt« den Schwanenteich unsicher. (Foto: kgg)

Ist Ihnen in den letzten Tagen ein Ork über den Weg gelaufen? Keine Sorge. Die Schlacht um Mittelerde – wie in J. R. R. Tolkiens Buch »Der Herr der Ringe« – ist in Gießen nicht ausgebrochen. Wahrscheinlich haben Sie bloß die Gruppe »Party Orkz!« beim Spiel »Scavenger Hunt« in der Stadt gesehen.

150 Aufgaben und Aufträge

»Scavenger Hunt« ist eine Art moderne Schnitzeljagd. In Gießen beteiligen sich an diesem neuen Spiel derzeit insgesamt 235 Gruppen. Mithilfe einer Smartphone-App können sie etwa 150 Aufgaben lösen und Aufträge erfüllen.

Unter anderem sollen sie dabei auch verkleidet unterwegs sein. So wie Steffen Dörr vom Team »Party Orkz!«, der sich heute als Ork kostümiert hat. Ihm und seinen Mitstreitern Matthias Rehbein, Thomas Flemmer sowie Fabian und Meike Hohl bringt das ordentlich Punkte.

Ungefähr 70 Aufgaben haben die fünf bereits gelöst, heute wollen sie weitere 20 knacken. Sie müssen sich sputen, denn für alle restlichen Rätsel und Herausforderungen haben sie nur noch bis zum 1. November Zeit. »Das wird ein straffes Programm, aber das kriegen wir hin«, sagt Hohl.

Basteln, filmen, klettern

Seine Frau Meike ist für die Bastelarbeiten zuständig, unter anderem hat sie eine Gießkanne in Alufolie verpackt und mit bunten Christbaumkugeln und einer Lichterkette geschmückt. Die Kanne ist Teil einer Aufgabe, die an das Gießkannenmuseum angelehnt ist. Die Aufgabe ist aber erst dann gelöst, wenn die Gruppe ein Video hochgeladen hat, auf dem zu sehen ist, dass die Kanne tatsächlich benutzt wurde. Für die Wertung muss nämlich jede Aktion in einer speziellen App dokumentiert werden.

Das Kletter-Ei im Stadtpark zu erklimmen ist eine Aufgabe, die die »Party Orkz!« schnell zwischendurch lösen. Für Dörr im Kostüm ist es aber eine Herausforderung. Danach geht es in Richtung Schwanenteich. Auf dem Weg entdecken sie viel Laub und denken sofort an die nächste Aufgabe: Sich in einen riesigen Laubhaufen legen und Fotos machen. Gesagt – getan. Am Wasser werden dann Steine geflippt. Sie müssen dreimal auf der Wasseroberfläche hüpfen, bevor sie versinken. Rehbein schafft das mit links.

Lokale Besonderheiten inklusive

Obwohl das Konzept deutschlandweit ausgespielt wird, sind lokale Faktoren von Bedeutung. Sehr viele Aufgaben haben einen direkten Bezug zur Stadt. In Anlehnung an das Gießener Kurzfilmfestival Seriale muss etwa ein Kurzfilm gedreht werden. Deswegen ist Dörr heute auch als Ork verkleidet.

Manche Aufgaben sind politisch angehaucht. So musste das Team etwa ein schwules Pärchen finden, das sich vor einer Moskauer Sehenswürdigkeit küsst. Kurzerhand haben sie diese Szene selbst gestellt.

Neue Ecken in der Stadt entdeckt

Für jede gelöste Aufgabe erhält das Team Punkte. Für besonders spektakuläre und kreative Lösungen gibt es Bonuspunkte. Das von Dörr selbstgebastelte Ork-Kostüm hat dafür sicherlich Chancen. Bekannt wird die genaue Wertung aber erst am Ende des »Scavenger Hunt«. Während der mehrtägigen Schnitzeljagd sehen die Teilnehmer nur, auf welchem Rang sich ihre Gruppe gerade befindet. Die »Orks« stehen auf Platz acht.

Für die Gießener im Alter zwischen 27 und 30 Jahren galt es auch, gemeinnützige Aufgaben zu absolvieren. So sollte sich mindestens ein Mitglied in der Deutschen Knochenmarkspenderdatei registrieren lassen und einen Organspendeausweis ausfüllen. Am meisten Spaß machen den »Party Orkz!« aber die Rätselaufgaben, da sind sie sich einig. So mussten sie Morsezeichen entschlüsseln, Schatzkarten malen und einen Schatz verstecken. »Ich habe durch das Spiel sogar neue Ecken in der Stadt entdeckt«, sagt Hohl, der in Gießen geboren wurde. »Wir haben viele Sachen gemacht, die wir ohne das Spiel nie gemacht hätten«, stellt Rehbein fest.

Auf Punktejagd

Was ist »Scavenger Hunt«?

Der Begriff »Scavenger Hunt« lässt sich am ehesten mit »Schnitzeljagd« übersetzen. Zu Beginn erhält jedes Team für einen festgelegten Zeitraum eine Liste mit Aufgaben, die unterschiedlich viele Punkte bringen. Die Teilnehmer können sich aussuchen, welche Aufgabe sie wann erledigen und wie sie vorgehen. Gewonnen hat am Ende das Team, das die meisten Punkte gesammelt hat. Zwei Paderborner rollen das Konzept derzeit in Deutschland aus. Sie bieten nach Wunsch auch regionale Einflüsse an. Nach Gießen wurde das Spiel von der Volksbank Mittelhessen geholt.

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