19. Mai 2010, 19:34 Uhr

Galerie Neustädter Tor: »Mango« geschlossen

Gießen (pd). Herber Schlag für die Galerie Neustädter Tor. Seit einigen Tagen ist mit »Mango« eines der großen Geschäfte im Erdgeschoss geschlossen. Die Eingangstür ist von innen zugeklebt, die Schaufenster sind leer.
19. Mai 2010, 19:34 Uhr
Leere Auslagen und abgeklebte Türen: »Mango« im Erdgeschoss der Galerie Neustädter Tor ist seit einigen Tagen geschlossen. (Foto: Schepp)

»Zwei Lkw aus Spanien waren hier und haben die gesamte Ware abgeholt«, bestätigte Centermanager Michael Schüller auf Anfrage der Allgemeinen. Der Filialist ist Spaniens zweitgrößter Exporteur für Damenmode und betreibt weit über 1000 Shops auf allen Kontinenten der Erde. Ein Großteil der Läden wird von Franchisenehmern geführt.

Dies trifft auch auf das Geschäft im Einkaufszentrum am Neustädter Tor zu. »Sie haben den Betrieb eingestellt, uns dies aber nicht mitgeteilt«, berichtete Schüller, dass das Centermanagement selbst überrascht worden sei vom »Mango«-Abgang. »Wir haben die Inhaber aufgefordert, den Laden weiterzubetreiben«, schilderte Schüller seine nächsten Schritte.

Pikant: Adressat dieser Aufforderung ist mit Dennis Rossing einer der Investoren, der seinerzeit als Chef der Unternehmensgruppe Rosco für die Ansiedlung des Einkaufszentrums in Gießen verantwortlich war. Rossing betonte am Mittwoch, dass die Schließung von »Mango« mit Rosco selbst nichts zu tun habe. Die Geschäftführung im Laden für Damenmode bezeichnete er als sein Privatengagement. Als Grund für die Schließung nannte Rossing vor allem die »Jahr für Jahr größer werdenden Defizite«. Für ihn selbst sei der Rückzug ein »schwerer Schlag«, bei dem er viel Geld verloren habe. Er habe »Mango« mit großen Hoffnungen betrieben, doch die Umsatzzahlen hätten sich immer weiter nach unten entwickelt. Nun werde man die Fläche an das Centermanagement zurückgeben. Betroffen seien vier fest angestellte Mitarbeiterinnen und mehrere Aushilfen.

Rossing war in den vergangenen Monaten vor allem als »Retter« der Kassel Huskies in den Schlagzeilen präsent, als er den finanziell angeschlagenen Eishockeyclub übernommen hatte. Derzeit kämpfen die insolventen Huskies um den Verbleib in der Deutschen Eishockey-Liga.

Von dem Gießener Einkaufszentrum hatte sich Rosco nach der Eröffnung im Herbst 2005 nach und nach getrennt. Im Sommer 2006 hatte das Unternehmen die Galerie für rund 100 Millionen Euro an den US-Fonds »Pramerica Real Estate Investors« verkauft. Im Oktober 2009 übernahm die Essener Management für Immobilien (mfi) AG das Centermanagement von Rosco. Seinerzeit war Michael Schüller als neuer Centermanager eingeführt worden. Im AZ-Gespräch hatte Schüller vor kurzem Seitenhiebe gegen das Bad Hersfelder Unternehmen verteilt. So seien beim Start 2005 bei der Auswahl der Mieter »einige Fehler« gemacht worden. Einige Mieter hätten von Anfang an »keine Substanz« gehabt. »Was wirklich hinter der Schließung steckt, weiß keiner«, sagte der Manager am Mittwoch. »Mango« war im Erdgeschoss an prominenter Stelle auf 400 Quadratmetern vertreten. Schüller hatte vor kurzem berichtet, dass es in dem Einkaufszentrum insgesamt zehn Leerstände gibt.

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