20. Dezember 2018, 22:38 Uhr

Gänsehautmomente

20. Dezember 2018, 22:38 Uhr
CMD
Der Chor Cantamus Gießen wird von Axel Pfeiffer dirigiert. (Foto: cmd)

Pünktlich zum Ausklang des zweiten Advents öffneten sich die Türen der Bonifatiuskirche für die zahlreichen Besucher eines wahrhaft besinnlichen Chorkonzertes. Die 38 Sängerinnen und Sänger des Chores Cantamus Gießen verzauberten alle Anwesenden in der gut gefüllten Kirche mit einer großen Auswahl von beeindruckenden Liedern. Das bekannte »Ave Maria« gab dem Abend eine gewisse Struktur, während Chorleiter Axel Pfeiffer in seiner Begrüßungsansprache noch eine thematische Dreiteilung angekündigt hatte: die Vorweihnachtszeit, dann die Geburt Christi am Weihnachtsabend und schließlich eine Art generelle, klangliche Thematik rund um Weihnachten.

Eröffnet wurde das Konzert mit dem ersten »Ave Maria«, gesungen von den 17 männlichen Chormitgliedern. Lieder wie »Machet die Tore weit« von Andreas Hammerschmidt und »Im Advent« von Felix Mendelssohn Bartholdy, welche vom gesamten Chor präsentiert wurden, kreierten eine besinnliche Adventsatmosphäre in der Kirche, während das Publikum bei »Macht hoch die Tür« von Georg Weißel selbst seine Stimmen erklingen lassen konnte. Der Dirigent fungierte als eine Art Bindeglied zwischen Zuschauern und dem Chor. Natürlich wurden zusammen mit den Programmheften hierfür im Voraus beim Einlass Zettel mit dem Liedtext an die Zuschauer verteilt.

Nach dem zweiten »Ave Maria«, welches diesmal lediglich von den weiblichen Chormitgliedern präsentiert wurde, ging es thematisch auf das Weihnachtsfest an sich zu. Mit etwas neueren Liedern wie »His Light In Us« von Kim André Arnesen und »Hodie Christus natus est« von Rihards Dubra schaffte es auch hier der Chor, Gänsehautmomente zu erzeugen. Besonders das französische Lied »Entre le boeuf et l’âne gris« von Alwin Schronen ließ mit seiner fast schon mystischen Schönheit einen Schauer über die Rücken der Zuhörer laufen.

»Ave Maria« in mehreren Versionen

Das dritte »Ave Maria«, welches schließlich Männer und Frauen vereinte, läutete den letzten Teil des Konzertes ein. »Cantate Domino« von Chris Arley und »The Battle of Jericho« von Moses Hogan brachten in ihrer stilistischen Umsetzung einen fast modernen Twist in das Konzert, welches bis zu diesem Punkt doch eher aus traditionellen Stücken bestanden hatte.

Wirklich in die Gegenwart katapultiert wurde das Ganze von »The little Drummer Boy« in der Pentatonix-Version. Sogar den Beatbox der amerikanischen Band spielte der Chor ein – eine durchaus spannende Entscheidung. Nach großzügigen Zugaben gingen die Zuhörer zufrieden nach Hause.

Alles in allem bewiesen der Chor wie auch der extraordinär gute Organist und Regionalkantor Michael Gilles ihr Können und vereinten geschickt Tradition mit moderner Musik. Das Publikum erlebte ein klangliches Fest.

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