02. August 2010, 19:24 Uhr

Fetalchirurg Prof. Thomas Kohl und sein Team wechseln ans Uniklinikum Gießen

Gießen (pm). Prof. Thomas Kohl, führender Fetalchirurg in Europa, etabliert sein Deutsches Zentrum für Fetalchirurgie und minimal-invasive Therapie (DZFT) jetzt an der Lahn. Ab sofort operiert er am Universitätsklinikum in Gießen. Ausschlaggebend für den Wechsel seien die guten Arbeitsbedingungen gewesen, teilt das Klinikum mit.
02. August 2010, 19:24 Uhr
Prof. Kohl operiert Ungeborene mit Methoden, von denen er die meisten selbst entwickelt hat. (Foto: pv)

Gießen (pm). Prof. Thomas Kohl, führender Fetalchirurg in Europa, etabliert sein Deutsches Zentrum für Fetalchirurgie und minimal-invasive Therapie (DZFT) jetzt an der Lahn. Ab sofort operiert er am Universitätsklinikum in Gießen. Ausschlaggebend für den Wechsel seien die guten Arbeitsbedingungen gewesen, teilt das Klinikum mit.

Der 48-Jährige war in den letzten acht Jahren an der Frauenklinik der Universität Bonn beheimatet. Mit ihm zog das Zentrum vom Rhein an die Lahn.

Kohl widmet sich nun unter optimierten Rahmenbedingungen weiter der Erforschung von Therapien für vorgeburtliche Erkrankungen. So operiert er Kinder im Mutterleib, die unter lebensbedrohlichen Fehlbildungen oder Funktionsstörungen - beispielsweise ihres Herzens - leiden. Dies erhöht deren Lebenschance beträchtlich. Weitere Krankheitsbilder, die Kohl im Operationsspektrum hat, sind der sogenannte offene Rücken und die Zwerchfellhernie. Sein Ziel ist es, den Erkrankungsverlauf seiner winzigen Patienten vor der Geburt aufzuhalten oder derart abzuschwächen, dass sie nach ihrer Geburt mit deutlich besseren Chancen und Prognosen behandelt werden können.

Manche Operationen Kohls seien einmalig, andere würden in Europa von nur wenigen Ärzten beherrscht, heißt es in der Mitteilung des Universitätsklinikums Gießen und Marburg (UKGM). Die Geschäftsführung freue sich, den Spezialisten gewonnen zu haben.

Thomas Kohl, geboren in Siegen, hat in Essen studiert und begann ab 1993 zunächst in den USA seine minimal-invasiven Operationstechniken für Ungeborene zu entwickeln. In den vergangenen 15 Jahren wurde seine Forschungsarbeit nahezu kontinuierlich von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördert. Nach Abschluss seiner Facharztausbildung am Uniklinikum Münster und einem weiteren Jahr tierexperimenteller Vorarbeiten begann er im Sommer 2002 am Uniklinikum in Bonn mit ersten Eingriffen. Inzwischen bietet er in enger Zusammenarbeit mit Geburtshelfern, Pränatalmedizinern, Kinderärzten und -chirurgen sowie unterstützt von Instrumentebauern aus der freien Wirtschaft weltweit das größte Spektrum an minimal-invasiven vorgeburtlichen Eingriffen an. Näheres im Internet: www.dzft-giessen.de.

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