28. März 2018, 09:20 Uhr

Waldstadion-Umfeld

FC Gießen wird auch baulich zum Großprojekt

Viel war in den letzten Tagen vom Umbau des Waldstadions die Rede. Aber es geht nicht nur um das Stadion: Das Fußball-Projekt FC Gießen wird den Osten der Stadt weiter verändern.
28. März 2018, 09:20 Uhr
(Foto: Henß)

Fast bis unten an die Gleise der Vogelsbergbahn hatte sich der Bagger am Montag vorgearbeitet. Der Fuß- und Radweg, der in Verlängerung des Fasanenwegs vorbei am Waldstadion zur Grünberger Straße führt, wird verbreitert. Das hatte die Stadt im Zusammenhang mit Kanalbauarbeiten, die dort stattgefunden hatten, auch so angekündigt. »Das wird doch nur gemacht, damit hier später beim Fußball geparkt werden kann«, argwöhnte gleichwohl ein Spaziergänger.

 

 

Spätestens, seit in der vergangenen Woche die Pläne des neuen FC (Rot-Weiß) Gießen bekannt wurden, wird von Anwohnern alles genau registriert, was sich rund um das größte Fußballstadion der Region tut. Klar ist: Mit einer Modernisierung der 50 Jahre alten Sportanlage ist es längst nicht getan, um an der Grünberger Straße die Voraussetzungen für Fußball auf dem Niveau der vierten oder sogar dritten Liga zu schaffen. Der heimische Bauunternehmer Jörg Fischer, treibende Kraft des Fußball-Großprojekts FC Gießen, sowie die Stadt haben die Randbedingungen für Spitzenfußball längst im Blick. Denn neben der Heimspielstätte, die mit Millionenaufwand auf Regionalliga-Niveau gehievt werden soll, braucht es bessere Trainingsmöglichkeiten und eine Verkehrserschließung, die Zuschauerzahlen im vierstelligen Bereich Rechnung trägt.

 

Fußball profitiert von Wohngebiet

Deshalb sind eben nicht nur die Dragons-Footballer des MTV 1846 , die im Waldstadion spielen, von den Plänen betroffen, sondern auch die Baseballer der Gießen Busters, die den sogenannten zwischen Waldstadion und Gießener Ring gelegenen Hammerwurfplatz wohl innerhalb den nächsten zwei Jahren räumen müssen. Die Stadt bestätigte am Freitag, dass dort ein Parkplatz für das Stadion entstehen soll.

An zwei anderen Stellen kann das Fußballprojekt von den Planungen der Stadt für das Wohngebiet auf dem Motorpool-Gelände profitieren. Die Kreuzung Grünberger Straße/Lincolnstraße/Zum Waldsportplatz wird umgebaut, dies auch mit Blick auf die »Entwicklungs- und Ausbauperspektive« fürs Waldstadion, wie es im Bebauungsplan heißt. Zudem wird die Bushaltestelle näher an die Kreuzung und damit ans Stadion gerückt. Als Zuschauerparkplatz könnte abends an den Wochenenden zudem der hinter Lidl und dm geplante P+R-Parkplatz genutzt werden. Bis zu 900 Autos fänden hier Platz, wenn eine Parkpalette entsteht. Handlungsbedarf besteht im direkten Stadion-Vorfeld. Auf dem völlig maroden Asphaltplatz vor dem Haupteingang wird an Spieltagen bisher kreuz und quer und verkehrsbehindernd geparkt. Hilfreich wäre hier eine Öffnung hin zum benachbarten Gewerbepark Becker. Für große Spiele im Waldstadion früher schon genutzt wurden die Parkplätze des Sportinstituts, die vom Kugelberg angefahren werden. Ihre Mitbenutzung wird sicherlich ein Thema bei den geplanten Gesprächen über eine Kooperation zwischen dem Gießener FC und der Universität sein.

 

Nebenplätze im Fokus

Dann dürfte es auch um die Übernahme des Nutzungsvertrags für den Kunstrasenplatz gehen, den der VfB 1900 und die Unisportler bislang gemeinsam bespielen. Auch hier sind Investitionen nötig, unter anderem muss die beschädigte Tribüne saniert werden. Und der gegenüber dem Stadion liegende und kaum noch genutzte Rotascheplatz bietet kein geeignetes Trainingsgeläuf für Halb- und Vollprofi-Kicker.

Info

Bis Mitte April Gesamtkonzept

Es geht zwar Schlag auf Schlag, aber es wird noch einige Zeit dauern, bis die baurechtlichen Voraussetzungen für Spitzenfußball im Waldstadion geschaffen sind. Wie die Stadt am Dienstag erklärte, wird »auf jeden Fall« die Aufstellung eines Bebauungsplanes erforderlich, um erstmalig das Baurecht für die – nur teilweise baugenehmigungspflichtigen – Änderungen an den Sportanlagen sowie die notwendige Erschließung mit Straßen und Stellplätzen zu sichern. In diesem Verfahren unter Beteiligung aller Betroffenen und der Öffentlichkeit würden natürlich auch die Lärm- und Verkehrsauswirkungen gutachterlich ermittelt. So werde eine neues Lärmgutachten eingeholt, obwohl im Zuge der Planung für das neue Stadion der Unisportler auch für benachbarte Anlagen wie das Waldstadion Festlegungen getroffen worden waren. Laut Magistratssprecherin Claudia Boje erwartet die Stadt bis Mitte April die Vorlage eines Bau-, Erschließungs- und Nutzungskonzeptes durch die Macher des FC Gießen. Auf dieser Basis soll eine »in der Gesamtschau verträgliche Lösung entwickelt werden«.

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