23. Mai 2011, 18:55 Uhr

Erik Meyer gestaltet »Intermezzo«

»Intermezzo« heißt das neue Format des Neuen Kunstvereins Gießen (NKG), das in der Zeit zwischen den Ausstellungen anregende Kunstaktionen bringen soll.
23. Mai 2011, 18:55 Uhr
Im Kunstkiosk hält Erik Meyer seinen performativen Vortrag zum Thema »Revolution« und legt anschließend im Domizil als Disk- jockey Platten auf. (Fotos: dkl)

Beim ersten Mal war die Performance wegen einer Verletzung der Künstlerin ausgefallen, also war das zweite Intermezzo am Freitagabend eigentlich das erste: ein bild- und tongestützter Vortrag von Dr. Erik Meyer, Politikwissenschaftler, zum immer aktuellen Thema Revolution. Die Atmosphäre war geradezu lauschig, da das Sitzen im Außenbereich des Kunstkiosks derzeit ohne die üblichen Treppen auskommen muss. Absperrgitter der Sanierungsarbeiten an der Licher Straße begrenzten den oberen Rand und ließen den Zuschauerraum eng gedrängt, aber gemütlich werden.

Der Referent begann mit dem Abspielen des »You say, you want a revolution«-Song der Beatles und stimmte damit auf seinen Vortrag ein, der durchaus wissenschaftlichen Standards entsprach, aber durch eingeblendete Fotos und Werbespots, das Abspielen bekannter Rock-Songs inclusive der Visualisierung einiger Liedtexte auch andere Sinne ansprach und dadurch ausgesprochen anregend, und trotz des ernsten Themas auch heiter wirkte. Im Grunde war es eine Geschichte des Wandels des Begriffs Revolution, begonnen beim astrologisch-historischen Fachterminus, über die Ausweitung auf naturwissenschaftlich-technische Errungenschaften bis zur inflationären Verwendung heute.

Der Revolutionsbegriff im engeren Sinne ist zwar geprägt von der Französischen Revolution, doch mehrfache Versuche ihn definitorisch in den Griff zu bekommen, erwiesen sich schnell als überholt. Revolutionen finden heute in Echtzeit statt, dank der neuen Kommunikationsmedien, selbst die aktuellen Demonstrationen in Spanien werden per getwittertem Tack (Kurzinfo per Tastendruck) von den Beteiligten zur Revolution erklärt. Und ob das Leitmotiv des legendären T-Rex-Songs »Children of the Revolution«, dass sich nämlich Revolutionäre nicht »verarschen« lassen, zutrifft, das sei nach den Erfahrungen der letzten Jahre doch fraglich, so der Referent. Das musikalische Element des Vortrags konnten Nachtgänger anschließend im Domizil weiter genießen, wo Erik Meyer als Diskjockey »auflegte«. dkl

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