24. August 2018, 22:16 Uhr

Ein Koloss für die Lahnstraße

24. August 2018, 22:16 Uhr

Spektakuläre Szenen soll es an diesem Wochenende an der Baustelle in der Lahnstraße zu sehen geben: Mehrere Kräne werden eine 82 Tonnen schwere, 27 Meter lange und 4,50 Meter breite Stahlhilfskonstruktion in die Brücke einheben. Allerdings werden nur Nachtschwärmer und Frühaufsteher das Schauspiel zu Gesicht bekommen. Die Aktion soll in der Nacht auf Sonntag zwischen 2.20 und 3.20 Uhr vonstatten gehen. Und ja, es wird laut werden, kündigt Michael Möll von der Deutschen Bahn an. »Aber längst nicht so laut wie an den beiden vergangenen Wochenenden.«

Damit die Behelfsbrücke auch richtig gestützt werden kann, haben Arbeiter an den vergangenen Wochenenden Widerlager eingebaut. Und das war mit erheblichem Lärm verbunden, wie Möll betont. »Es gab Schwierigkeiten beim Einbau der Spunddielen. Auch Rammhindernisse haben die Arbeiten erschwert. Dabei entstand so viel Reibungsenergie, dass die Spunddielen regelrecht geglüht haben.« Da die Bahn von der zu erwartenden Belastung für die Anwohner wusste, hatte sie den Betroffenen – wie schon beim Durchstich in der Dammstraße – Hotelgutscheine angeboten. »Dieses Mal haben aber nur zehn Personen davon Gebrauch gemacht.« Praktisch: Da die Arbeiten mit dem Stadtfest zusammenfielen, konnten die Kleinlindener ihren Hotelaufenthalt gleich noch mit einem Besuch der Festlichkeiten verbinden.

Bis die Arbeiter Grund zum Feiern haben, nämlich beim Abschluss der Maßnahme, wird noch einige Zeit ins Land ziehen. Möll ist jedoch zuversichtlich, dass das anvisierte Bauende im Sommer 2019 eingehalten werden kann – und das trotz teils erheblicher und unerwarteter Hürden. »Wir haben sehr viele Widerstände im Boden, darunter eine wichtige Telefonleitung, mehrere Abwasserkanäle und einen Regenwasserkanal. Es ist alles sehr eng, vieles muss vor Ort technisch gelöst werden. Es ist eine schwierige Baustelle, mit der wir unsere Last haben.«

Auch das Einheben der Behelfsbrücke wird im wahrsten Sinne des Wortes ein Kraftakt, zumal auch einige vorbereitende Maßnahmen nötig sind, wie Möll betont. »Zum Beispiel müssen die Gleise durchschnitten werden, auch ein Teil der alten Brücke muss mit schwerem Gerät abgebrochen werden.«

All das können Interessierte in der Nacht auf Sonntag beobachten. »Es gibt einiges zu sehen, die Leute können bis zum Bauzaun herankommen«, sagt der DB-Vertreter. Wer die Arbeiten in der Nacht auf Sonntag verpassen sollte, hat übrigens noch eine zweite Chance. Denn am darauffolgenden Wochenende steht das gleiche Prozedere erneut auf dem Programm. Dann auf dem gegenüberliegenden Gleis.

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