08. Juni 2015, 20:13 Uhr

Dresdensia Rugia steht vor Neugründung in Leipzig

Gießen (mö). Über viele Jahre produzierte sie immer dann Schlagzeilen, wenn über rechtsextreme Tendenzen innerhalb des studentischen Verbindungswesens in Deutschland berichtet wurde. Die Rede ist von der Gießener Rechtsaußen-Burschenschaft Dresdensia Rugia (DR). Nun gibt es Hinweise darauf, dass sie vor einem Umzug in den Osten steht.
08. Juni 2015, 20:13 Uhr
Neuerdings ohne Fahnen und Farbkleckse: Das frühere Verbindungshaus der DR im Großen Steinweg. (Foto: mö)

Am kommenden Wochenende soll die Leipzig die Burschenschaft Dresdensia Leipzig gegründet werden. Das Gießener Verbindungshaus im Großen Steinweg wurde offenbar in den letzten Monaten in ein ganz normales Mietobjekt umgewandelt und von der Burschenschaft geräumt.

Vor einigen Tagen tauchte eine Facebook-seite der Dresdensia Leipzig auf, auf der von einer Neugründung die Rede ist. »Am 13. Juni werden 70 Jahre Vertreibung und Exil ein Ende haben!«, heißt es dort unter anderem. Damit wird Bezug genommen auf die Historie der hiesigen Dresdensia Rugia, die nach dem Krieg von Mitgliedern der beiden ostdeutschen Verbindungen Dresdensia Leipzig und Rugia Greifswald zunächst in Frankfurt und dann in Gießen gegründet wurde, da die Bünde in der DDR verboten waren. Im Laufe der Zeit driftete die DR immer weiter nach rechts. Von einer breiteren Öffentlichkeit wurde diese Entwicklung aber erst im Jahr 2005 wahrgenommen, als einige Alte Herren der DR als Abgeordnete und Mitarbeiter der sächsischen NPD-Landtagsfraktion auftraten. Seitdem wurde die DR mehrfach im hessischen Verfassungsschutzbericht erwähnt. Sie gehört als einzige Gießener Verbindung auch noch dem rechten Dachverband Deutsche Burschenschaft an, der unter anderem mit Beschlüssen zu einem Ariernachweis für seine Mitglieder bundesweit Aufsehen erregte. »Hessen ist ein heißes Pflaster für eine extrem rechte Burschenschaft. In Sachsen kann man sich einen ideologisch passend rechten Resonanzboden erhoffen, wie Pegida, AfD und NPD zeigen«, kommentiert der bekannte Internet-Blog burschenschafterpacktaus die aktuelle Entwicklung um die DR.

Offiziell freilich ist die Burschenschaft in Gießen weiterhin aktiv, verfügt über eine Homepage und Facebook-Seite, ist telefonisch aber nicht mehr zu erreichen. Eine per E-Mail gestellte Anfrage der GAZ zur Zukunft der DR in Gießen blieb am Montag unbeantwortet. Die Fahnen, die während des Semesters vor dem Haus stets wehten, sind ebenso verschwunden wie die Flecken, die die Farbbeutel der linksautonomen Antifa auf der Fassade hinterlassen hatten.

Als Vermieter der dortigen Wohnungen – vermietet wird dem Vernehmen nun auch an Frauen – ist freilich weiterhin die studentische Wohnvereinigung Georg Bankwitz e.V. mit Sitz in Frankfurt. Sie erlaubt es der DR, sich auf ihrer Facebook-Seite als »gemeinnützig« zu bezeichnen. Die schon einige Jahre zurückliegenden Bemühungen aus der Landespolitik, der NPD-nahen Burschenschaft dieses Status abzuerkennen, sind demnach gescheitert.

Rechte Burschenschaft steht im Verfassungsschutzbericht

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