22. Oktober 2014, 17:58 Uhr

Dietgard Wosimsky auf Hein Heckroths Spuren in Köln

Vorbereitung für die nächste Preisverleihung im April 2015: Vorsitzende der Hein-Heckroth-Gesellschaft stöbert im Archiv der theaterwissenschaftlichen Sammlung in der Domstadt.
22. Oktober 2014, 17:58 Uhr
Hein Heckroth vor dem Schloss Wahn, wo seit den 1950er Jahren seine Zeichnungen und Grafiken archiviert sind. (Foto: Theaterwissenschaftliche Sammlung)

Nach Jahren war Dietgard Wosimsky, Vorsitzende der Hein-Heckroth-Gesellschaft, wieder einmal zu Besuch in der theaterwissenschaftlichen Sammlung (TWS) in Köln, um Zeichnungen des Bühnenbildners Hein Heckroth in Augenschein zu nehmen. Diese vorwiegend der Fachwelt bekannte Sammlung beherbergt nämlich ein umfangreiches Konvolut an Zeichnungen von Heckroth, die sich auf seine Arbeit als Bühnenbildner am Theater beziehen (bis 1933), aber auch auf seine Produktionen für den Film und das deutsche Fernsehen der Nachkriegszeit.

Im Vergleich zu den anderen Nachlässen ist allein die Menge überwältigend. Haben andere Künstler hier eine bis drei Schubladen in den mächtigen Archivschränken, so sind es bei Heckroth acht Schränke mit je sieben Laden. Die Erklärung liegt im Interesse des Gründers Dr. Carl Niessen an den modernen Arbeiten von Heckroth, weswegen er schon in den 1920er Jahren Kontakt aufnahm. Mit Beginn seines Exils 1933 legte Heckroth daher die Übergabe seiner Bühnenarbeiten an die TWS fest und setzte dies nach seiner Deutschland-Rückkehr fort.

In jeder Lade sind mehrere Mappen mit ungezählten Skizzen. »Nein, bis in jedes Einzelblatt aufgearbeitet oder gar online gestellt ist das noch lange nicht«, bedauert Gerald Köhler, der als Theaterwissenschaftler seit Jahren für das Zeichnungs- und Grafikarchiv zuständig ist. Die einzige systematische Publikation bislang ist die Magisterarbeit (1993) von Sabine Herder, in der sie das bühnenbildnerische Werk Heckroths 1924 bis 1933 dokumentierte. Die Personaldecke der TWS ist dünn und immer wieder sind Neuzugänge zu bearbeiten. Zuletzt geriet die Sammlung in den Blick der Medien, als es um die Nachlässe der rheinischen Komödianten Willy Millowitsch und Dirk Bach ging. In der Sammlung befinden sich neben Zeichnungen auch Autografen, Bühnenbildmodelle, Fotografien, Masken, Theaterpuppen und vieles mehr.

Die Sammlung dient vor allem der Forschung und Lehre, sie ist an die Universität Köln angegliedert und seit den 1950er Jahren in den historischen Räumen von Schloss Wahn untergebracht. War sie zunächst als Provisorium dorthin ausgelagert worden, ist der verwunschen wirkende Ort in Köln-Porz längst zum Dauerdomizil geworden. Der Gründer Carl Niessen hatte 1919 zunächst mit einem Theatermuseum begonnen, das mehr und mehr zum Archiv wurde. Niessen, der Ende der 1920er Jahre die erste Professur für Theaterwissenschaft erhielt, habe von Anfang an genreübergreifend gesammelt.

Darauf verweist Prof. Peter W. Marx, der seit 2002 die Leitung der TWS und die theaterwissenschaftliche Professur an der Universität Köln hat. Die Öffnung der Sammlung für das Publikum ist ihm wichtig. Dies geschieht einmal im Jahr zum Tag der offenen Tür im Oktober mit Führungen, was jedoch angesichts der vielen Schätze zu wenig erscheint. Eine weitere Möglichkeit ist die Herausgabe eines Jahreskalenders. Größere Ausstellungen werden mittlerweile im Zentrum der Stadt Köln, im Museum für Angewandte Kunst, gezeigt.

Konkreter Anlass für Wosimsky, nach Schloss Wahn zu fahren war, Prof. Marx als Redner für die nächste Hein-Heckroth-Preisverleihung im April 2015 im Gießener Stadttheater zu gewinnen. Zu ihrer großen Freude sagte er ohne Zögern zu, er wird den Fokus auf Heckroths Arbeiten für das Fernsehen legen, ein bislang wenig beachteter Aspekt im Schaffen des vielseitigen Künstlers.

Dagmar Klein

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