13. Februar 2018, 21:43 Uhr

Comics als Zukunft des Journalismus

13. Februar 2018, 21:43 Uhr

Gießen (pm/gl). Am 22. und 23. Februar findet am International Graduate Centre for the Study of Culture (GCSC) der Justus-Liebig-Universität die internationale Tagung »Graphic Realities: Comics as Documentary, History, and Journalism« statt. Forscherinnen und Forscher aus neun Ländern diskutieren den Gebrauch von Comics als Plattform für Reportagen, Geschichtserzählung und Berichterstattung. Die von Laura Schlichting (JLU) und Johannes C. P. Schmid (Uni Hamburg) als Kooperation des GCSC und der AG Comicforschung der Gesellschaft für Medienwissenschaft (GfM) veranstaltete Tagung ist hochschulöffentlich und findet in englischer Sprache statt.

Comics erzählen längst nicht nur lustige oder fantastische Bildergeschichten. Neben grafischen Romanen und Autobiografien haben auch Reportagen und Dokumentationen Hochkonjunktur. Sie behandeln aktuelle Themen wie die Flüchtlingskrise oder historisches Geschehen wie den Holocaust. Aber können Comics überhaupt objektiv berichten? Natürlich interpretieren gezeichnete Bilder ein Geschehen. Doch auch ein Foto kann nur einen Ausschnitt der Wirklichkeit zeigen und ist manipulierbar – spätestens seit der Erfindung moderner Bildbearbeitungssoftware. Wie neutral kann Berichterstattung überhaupt sein? Sind Comics sogar ehrlicher als Fotos? Sie können und wollen gar nicht verbergen, dass sie offensichtlich manipuliert sind.

In einer Zeit, in der das Vertrauen in die Presse durch Fake News-Kampagnen in Zweifel gezogen wird, markiert grafischer Journalismus einen Wendepunkt im Bemühen um Authentizität. Daher ist auch Laura Schlichting, Doktorandin am GCSC, von journalistischen Comics fasziniert: »Sie verhandeln Ehrlichkeit, Vertrauen und journalistische Integrität ganz neu und geben so Impulse für größere aktuelle Fragen.« Mit den Cartoons im Stile von »Peanuts« oder einzelnen Karikaturen hat das nichts zu tun. Journalistische Comics zeichnen sich durch eine Aneinanderreihung von Panels (einzelnen Comicbildern) aus, haben zuweilen Romanlänge und erscheinen in Büchern oder digital. Dabei verschwimmen die Grenzen zwischen grafischem Journalismus und semifiktiven Graphic Novels. »Es geht um die Frage, wie die Realität behandelt wird«, betont Schlichting. Dabei wandele sich die Sicht, dass wir Fotografien immer noch mehr glauben als einer Zeichnung. (Zeichnung: agcomic.net)

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