08. November 2011, 20:03 Uhr

Circus Krone zeigt Programm der Extraklasse

Gießen (kw). Hunderte Kinder und Erwachsene schauen mit offenem Mund nach oben. Sechs Gestalten in futuristischen Leuchtanzügen sind durch die Kuppel gewirbelt und schweben Richtung Manege, da beginnt sich das Todesrad zu drehen, auf dem Crazy Wilson gleich einen Salto schlagen wird – als einziger Artist der Welt.
08. November 2011, 20:03 Uhr
Orientalische Phantasie mit den Wappentieren des Hauses, Krones Elefanten. (Foto: Schepp)

Spektakulär endet das Programm »Celebration«, das der Circus Krone seit Dienstag und bis Sonntag auf dem Messeplatz an der Ringallee zeigt. Aber auch in den drei Stunden zuvor haben die Zuschauer einen Höhepunkt nach dem anderen erlebt.

Europas Branchenriese bleibt seinem Ruf treu: Ein klassisches Zirkusprogramm der Extraklasse mit allem, was dazugehört entführt das Publikum in eine Glitzerwelt der Träume. Was ist faszinierender – die Artisten oder die Tiere? Fast unmöglich zu entscheiden. Mit der Truppe Dalian fliegen gleich zu Beginn Akrobaten von einer Doppelschaukel, gleich danach schnuppern die Zuschauer in den vorderen Reihen zum ersten Mal Vierbeiner-Düfte: Jana Mandana und James Puydebois zeigen, dass Elefanten keineswegs schwerfällig wirken müssen. Ein italo-amerikanischer Anastasini Brother versetzt dem anderen derart gekonnte Fußtritte, dass der in der Luft Zeit für Verrenkungen hat und »Fuß auf Fuß« auf seinem Bruder landet.

Das Ballett, das immer wieder in neuen Kostümen auftritt, sorgt mit einem Tango für spanisch-südamerikanische Stimmung, die Jana Mandana mit ihren Pferden aufnimmt. Ihre Araber und Friesen zeigen eine ungestüme »Freiheitsdressur«, als Reiterin präsentiert die Juniorchefin des Zirkus klassische Dressurelemente. Wieder gehen die Köpfe in den Nacken: Ganz oben in der 14 Meter hohen Kuppel fangen die Trapezkünstler Flying Zunigas einander nach halsbrecherisch wirkenden Sprüngen auf. Zwischendurch sorgen die traditionellen Clowns Less Rossyann für Lacher.

Nach der Pause »geht es richtig los«

»Jetzt geht es erst richtig los«, sagt Zirkussprecherin Dr. Susanne Matzenau in der Pause – und verspricht nicht zuviel. 15 Löwen warten hinter eigens hochgezogenen Gittern im Dunkeln. Martin Lacey jr. lässt die Zuschauer sehen und hören, dass seine Tiere Temperament haben. Nur der Herr, der scheinbar gelangweilt ganz oben thront, verzichtet aufs Gebrüll und lässt zu, dass sein Tierlehrer sich auf ihn legt. Der weiße King Tonga kuschelt ebenfalls gern. Nach diesen Großkatzen wirken die Exoten erfrischend fröhlich und harmlos. Kamele, Zebras und Lamas traben durchs Rund, und auch der betagte Nashornbulle Tsavo erreicht bei seiner Ehrenrunde ein beachtliches Tempo.

Nach dieser Atempause bleibt den Zuschauern in den letzten 20 Minuten kaum noch Zeit zum Blinzeln. Fantastisch, wie Elena Drogoleva und ihre Gentlemen jonglieren – die glänzenden Keulen kommen wie von Fäden gezogen an, selbst wenn die Artisten auf Podeste steigen oder sich auf den Rücken legen. Seelöwen haben Rhythmusgefühl und Humor: Diesen Eindruck vermitteln Petra und Roland Duss mit der temporeichen Comedy-Dressur ihrer vier gelenkigen Tiere. Auf Bungee-Formationskunst und das Todesrad folgt das große Finale.

Die Premiere am Dienstagnachmittag genossen – wie berichtet – auch etliche Familien, die über soziale Einrichtungen Freikarten erhalten hatten. »Sie hätten sich einen Zirkusbesuch normalerweise nicht leisten können«, sagte eine Sozialarbeiterin am Rande der Vorstellung. »Es ist uns ein großes Bedürfnis, Danke zu sagen.«

Für Wochenende Karten vorbestellen

Für das Wochenende gebe es schon viele Vorbestellungen, sagt Zirkussprecherin Dr. Susanne Matzenau und empfiehlt, rechtzeitig Karten zu kaufen oder zu bestellen. Es gibt sie (täglich ab 10 Uhr) an der Zirkuskasse oder unter Tel. 0 180 5/24 72 87.

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