02. September 2012, 21:18 Uhr

Christopher Street Day: Farbenfroh für Akzeptanz

Gießen (cal). Vor 18 Jahren wurde in Gießen schon einmal der Christopher Street Day (CSD) gefeiert, am Samstag hieß es nun für Lesben, Schwule und Transgender aus ganz Mittelhessen: »Queer denken. Bunt leben! Auch in der Provinz.«
02. September 2012, 21:18 Uhr
Die Regenbogenfahne als Symbol der Vielfalt und Toleranz wehte am Samstag über der Innenstadt, hier beim Demonstrationszug im Seltersweg. (Fotos: cal)

Am Berliner Platz starteten am Mittag geschätzte 220 Menschen zu einer Demonstration zum Kirchenplatz, wo es ein Fest und Reden gab. Oberbürgermeisterin Dietlinde Grabe-Bolz sagte, der CSD passe gut zum Geiste der Stadt Gießen, der sich durch Weltoffenheit, Toleranz und Buntheit auszeichne.

Der farbenfrohe Tross führte unter anderem durch den Seltersweg und zog die Blicke der Passanten auf sich. Zu sehen gab es eine Menge: Von der männlichen Cheerleader-Gruppe »Power Puschels« aus dem Siegerland über eine riesige Regenbogenfahne bis zu den »queeren Nonnen« Rosa und Daphne vom »Orden der perpetuellen Indulgenz«, der sich dem Kampf gegen HIV und Aids verschrieben hat. Sie sammelten Spenden für die Aids-Hilfe Gießen, die den Tag federführende organisiert hat.

Moderatorin auf dem Kirchenplatz war Jessica Walker, die bekannteste Dragqueen Frankfurts. Holger Kleinert von der Aids-Hilfe sprach von lauter werdenden homophober Stimmen in der Öffentlichkeit. Bernd Aretz, Schwulenaktivist, Autor und Jurist aus Marburg, ergänzte: »Diskriminierung und Ausgrenzung ist die Überheblichkeit zu meinen, die eigene Lebensweise sei einer anderen überlegen.«

Auf der Bühne traten unter anderem Jessica Walker, Schlagersänger »Michelle Nr. 1« aus Biebertal, die »Power Puschels«, »Mr. Leather« und die Gießener Band »The Livercheese Both Corporation« auf. Der Hauptact am Abend war Sookee, ein queerfeministische Rapperin aus Berlin. Bereits am Nachmittag hielt sie gemeinsam mit Rapperkollege im Café Amelie einen Vortrag über Männlichkeitsentwürfe und Sexismus im deutschsprachigen Hip-Hop. »Weiblichkeit ist die Schwachstelle der Männlichkeit«, resümierte Sookee. Das Fest endete mit einer Party in der »Ess-Bahn« am Bahnhof.

Wenn es nach den Organisatoren geht, soll der CSD Mittelhessen in wechselnden Städten zu einer festen Institution werden. Die beiden Besucher Uwe und Sabine aus Gießen würden sich darüber freuen. Beide waren sich einig, dass eine solche Veranstaltung wichtig und gut sei. Schwule, Lesben und Transgender sollten »sich nicht verstecken«, sagte Sabine.

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