28. Februar 2018, 17:47 Uhr

Bombenfund

Bombenfund in Gießen: Entschärfung erfolgreich!

Es war der Aufreger am Mittwochabend: An der Rödgener Straße in Gießen war eine Weltkriegsbombe gefunden worden. Über 500 Leute wurden evakuiert. Gegen 0.30 Uhr am Donnerstag: Entwarnung!
28. Februar 2018, 17:47 Uhr

Aus der Redaktion , 1 Kommentar
Dieser Bereich ist von der Evakuierung betroffen.

Die im ehemaligen US-Depot in Gießen gefundene Bombe ist entschärft. Die wichtigsten Punkte zu Fund sowie Entschärfung im Überblick.

  • Am Mittwochnachmittag wird bei Bauarbeiten im ehemaligen US-Depot an der Rödgener Straße in Gießen eine amerikanische 50-Kilogramm-Fliegerbombe gefunden. Es handelt sich offenbar um eine Splitterbombe.
  • Die Bombe muss noch in der Nacht entschärft werden.
  • Die Entschärfung macht eine umfassende Evakuierung des Bereichs nötig. Betroffen sind ein Teil der Hessischen Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge - insgesamt werden 139 Flüchtlinge an andere Orte gebracht - sowie alle Anwohner, die in einem Radius von etwa 500 Metern um den Fundort leben.
  • Die Evakuierung der Wohnhäuser in der Umgebung beginnt - deutlich später als eigentlich geplant - gegen 21.30 Uhr. Aber gegen 23.20 Uhr heißt es bei der Polizei dann: "Der Gefahrenbereich ist geräumt! Danke an die Anwohner für ihr Verständnis! In Kürze legen die Profis des Kampfmittelräumdienstes los."
  • An der Albert-Schweitzer-Schule ist ein Notquartier mit Feldbetten für betroffenen Anwohner eingerichtet. Hier sind am Abend etwa 120 Anwohner und warten aus Entwarnung.
 
Fotostrecke: Bombenfund im Februar 2018 in Gießener Osten
  • Gefunden wurde die Bombe entgegen ersten Meldungen nicht auf dem Gelände, auf dem künftig das Gefahrenabwehrzentrum der Feuerwehr entstehen soll, sondern auf einem gegenüberliegenden Baufeld der Revikon GmbH.
  • Dann, nach Abschluss der Evakuierung, geht alles recht schnell: Gegen 0.30 Uhr kommt die Entwarnung. Experten des Kampfmittelräumdienstes haben entschärft.
  • Ein Grund für die Verzögerungen bei der Evakuierung: Die Maschinen einer ansässigen Firma mussten nach unseren Informationen erst runtergefahren werden.
  • Polizei und Feuerwehr loben die Kooperation der Anwohner. Lediglich eine Anwohnerin weigerte sich anfangs, den Bereich zu verlassen.
  • Statistik am Rande: Die Feuerwehr Gießen und das DRK sind mit rund 75 Einsatzkräften unterwegs. Unterstützung bekommen sie von etwa 25 Kräften des Ordnungsamtes sowie natürlich den Kollegen der Polizei Mittelhessen.

       

Hintergründe zu Bombenfunden in Gießen finden Sie hier.

   

Info

Flughafen war oft Bombenziel

Der Fundort der amerikanischen Fliegerbombe liegt weit vom Gießener Stadtgebiet der 1940er Jahre entfernt. Vermutlich wurde der Blindgänger bei einem der Angriffe auf den Flughafen abgeworfen. Das militärisch genutzte Flugfeld in der Wieseckaue wurde zwischen Juli 1944 und Ende März 1945 fünfmal von den Allierten attackiert. Der größte Angriff war der vom Nikolaustag 1944. Fast 100 »Fliegende Festungen« warfen rund 250 Tonnen Bomben auf das Flughafen-Gelände ab. Auch der letzte Luftangriff auf Gießen am 27. März 1945 galt dem Fliegerhorst. (mö)

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