29. Juli 2014, 19:18 Uhr

Bismarckturm ist nach 39 Jahren wieder begehbar

Gießen (ta). Zum ersten Mal seit 39 Jahren kann am kommenden Sonntag der Bismarckturm wieder bestiegen werden. 1975 war der Eingang zu dem trutzigen Bauwerk zugemauert worden, nachdem es wiederholt beschädigt worden war.
29. Juli 2014, 19:18 Uhr
Vom Bismarckturm nach Nordost geschaut, über die West- und die Nordstadt bis zum Hangelstein. (Foto: pv)

Wegen der Vandalismus-Gefahr wird der Zugang zur Aussichtsplattform allerdings nur zu bestimmten Zeiten möglich sein, wenn nämlich zugleich eine Aufsichtsperson dabei ist. Am 3. August wird dies zwischen 14 und 18 Uhr möglich.

Der Förderverein Bismarckturm, der das baufällige Baudenkmal vor dem Verfall gerettet hat, plant weiteren Besuchszeiten für jeden ersten und dritten Sonntag im Monat bis einschließlich Oktober. Ob es dabei bleibt, wird letztlich die Nachfrage aus der Bürgerschaft und speziell aus der Weststadt entscheiden.

Unter Federführung des früheren CDU-Stadtrats Dr. Bernhard Höpfner hatte sich vor acht Jahren ein Förderkreis gebildet, der sich die Wiederfreigabe des Turms zum Ziel setze. Dafür war es allerdings erforderlich, die verrostete und deshalb einsturzgefährdete Tragekonstruktion der Plattform komplett zu erneuern. Der Aufwand für die Sanierung wurde anfangs auf 8000 Euro geschätzt. Weil aber auch die Wendeltreppe komplett ersetzt werden musste, wurden am Ende 150 000 Euro erforderlich. Davon steuerten die Stadt Gießen und das Land Hessen je 45 000 Euro bei, der Rest kam im Laufe der letzen Jahre fast komplett durch Spenden aus der Bürgerschaft und von heimischen Unternehmen zusammen.

Letzte wichtiger Renovierungsschritt war kürzlich der Einbau von vier trapezförmigen Orientierungstafeln auf der Aussichtsplattform. Drauf werden mit Richtungspfeilen 56 Nah- und Fernziele genannt, die man bei geeigneten Witterungsverhältnisse mit bloßem Auge erkennen kann. Die witterungsbeständigen Tafeln waren von dem Biebertaler Vermessungsingenieur Ernst Döpfer vorbereitet und mit einer speziellen Bronzelegierung in Eschenburg hergestellt worden.

Fördervereinsvorsitzender Höpfner hofft, dass die Wiederfreigabe des Bismarckturms am kommenden Sonntag rege genutzt wird. »Von der Plattform aus hat man einen fantastischen Rundblick über das gesamte Gießener Becken und das Umland wie von keinem anderen Punkt in der Umgebung von Gießen«, wirbt er

Der 15 Meter hohe Turm war 1906 zum Gedenken an den verstorbenen Reichskanzler Otto von Bismarck errichtet worden, finanziert über Semesterbeiträge von Gießener Studenten. Das schriftliche Versprechen des damaligen Oberbürgermeisters gegenüber der Universität, die Stadt werde das Bauwerk »heilig halten für alle Zeiten«, wurde nicht erfüllt: Der Turm wurde nicht unterhalten, bis er 1975 schließlich gesperrt werden musste.

Mehr über die Historie und die Restaurierung verrät ein Infoblatt, das bei der Tourist- Information (Berliner Platz) und in der GAZ-Geschäftsstelle (Kirchenplatz) ausliegt.

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