09. September 2018, 19:23 Uhr

Bis heute stetig gewachsen

09. September 2018, 19:23 Uhr
LWG
Für die Schulleitung ziehen Michael Plappert (l.), Annegret Roggenkamp sowie Ralph Schüller Bilanz. (Foto: lwg)

»Bis zum heutigen Tag sind wir stetig gewachsen«, resümierte der Primarstufenleiter Ralph Schüller. Im Jahr 1998 nahm die Sophie-Scholl-Schule mit 40 Grundschülern den Betrieb auf. Sie ist inzwischen eine staatlich anerkannte inklusive Grund- und Gesamtschule in freier Trägerschaft. Thomas Korte, Regionalkorrespondent des Hessischen Rundfunks, moderierte am Samstag die Jubiläumsveranstaltung zum 20-jährigen Bestehen, die sich mit Vergangenheit und Zukunft beschäftigte.

»Man muss es wagen, den ersten Schritt zu tun«, sagte Maren Müller-Erichsen, maßgebliche Mitinitiatorin der inklusiven Schule. Trotz massiver finanzieller Probleme zur Gründungszeit ist sich Müller-Erichsen nach eigenen Angaben immer sicher gewesen, dass »das einfach funktionieren muss«.

Auf dem Programm der Jubiläumsfeier standen außerdem einige Gesprächsrunden, bei denen das Staatliche Schulamt und das Kollegium, die Elternvertretungen und Vertreter der hessischen Landesregierung das Wachstum der Sophie-Scholl-Schule beurteilten. Dabei kamen auch ungleiche Chancen und Undurchlässigkeiten des deutschen Schulsystems zur Sprache, denen sich die Schule immer wieder mit neuen Konzepten und pädagogischen Richtungen entgegensetzt habe.

Außerdem berichteten Schüler von ihrem Schulalltag. Lotte Stoffer besuchte von der dritten bis zur zehnten Klasse die Sophie-Scholl-Schule und geht jetzt auf die Gesamtschule Gießen Ost, um dort ihr Abitur zu machen. Sie habe an ihrer ehemaligen Schule vor allem gelernt »selbstständig zu arbeiten und, dass Behinderung etwas ganz Normales ist«. Sie schätze den anerkennenden Umgang miteinander, der ihr auch an ihrer neuen Schule weiterhelfe.

Vor zwei Jahren wurde eine Berufsorientierungsstufe bis Jahrgang 13 eingeführt – die so genannte »Startbahn«. Sie sei eine natürliche Erweiterung des Angebots gewesen, um Schülern mit Förderungsbedarf auch nach dem Schulabschluss beiseite zu stehen. Bei der »Startbahn« lernen die Schüler verschiedene Berufe kennen, beispielsweise im Holz- und Metallbereich. Schüler Simon Kreuder ist begeistert von der »Startbahn« und wünschte sich, auch danach Teil des Projekts bleiben zu können.

Im Jahr des 75. Todestages der Namensgeberin Sophie Scholl ist die Schule ein anerkannter Bestandteil der Gießener Schullandschaft und eine feste Institution in der Stadt. Die Schule zählt heute 437 Schüler in 24 Klassen. Die Primarstufe ist in der Grünberger Straße ansässig, während die Sekundarstufe 2013 in den Neubau in der Rödgener Straße gezogen ist. Laut Schulleitung würde die Sophie-Scholl-Schule gerne eine gymnasiale Oberstufe einführen und Abiturprüfungen abhalten. Allerdings gestalte sich dies derzeit noch schwierig, da sie nicht das Angebot an Leistungskursen bieten könnten wie andere Gießener Schulen. Doch Sekundarstufenleiter Michael Plappert ist sich sicher, dass man sich bisher immer wieder neuen Herausforderungen gestellt habe und auch hierfür eine Antwort finden werde. In all den Jahren sei es immer wieder schön zu sehen gewesen, wie Kinder die Schule als selbstbewusste Menschen verließen.

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