13. Juni 2013, 21:33 Uhr

Bienen als Drogenfahnder im Europaviertel

Gießen (pd). Eine kleine Besuchergruppe wurde am Donnerstag Zeuge einer außergewöhnlichen Präsentation. Bienen und andere Insekten kann man auf die Wahrnehmung bestimmter Substanzen trainieren und die Insekten so beispielsweise zum Aufspüren von Drogen oder Sprengstoff einsetzen.
13. Juni 2013, 21:33 Uhr
Bienen, die auf das Aufspüren von Drogen und anderen Substanzen trainiert werden, beobachtete gestern Ministerin Puttrich gemeinsam mit (v. l.) Uni-Vizepräsident Prof. Adriaan Dorresteijn, Prof. Vilcinskas und Matthias Schott. (Foto: Schepp)

Anlass der eindrucksvollen Demonstration war der Besuch der hessischen Umweltministerin Lucia Puttrich im Fraunhofer-Institut für Molekularbiologie und Angewandte Ökologie im Gießener Europaviertel. Die vielfältigen Möglichkeiten der Insektenbiotechnologie erklärte Prof. Andreas Vilcinskas den Gästen. Antennen von Insekten könnten als »künstliche Spürnasen« genutzt werden. Wie Bienen und andere Insekten auf bestimmte Substanzen trainiert werden, erläuterte Doktorand Matthias Schott. Vieles, wofür man bisher die Spürnase von Hunden genutzt habe, lasse sich auch Bienen antrainieren. Der Vorteil der Insekten: Während Hunde nach einer Viertelstunde eine Pause brauchen, können Bienen zum Teil 48 Stunden lang zum Aufspüren von Substanzen verwendet werden. Ein weiteres Beispiel sei der Einsatz von Schmeißfliegen zum Erkennen von Gammelfleisch.

Die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten der Insektenbiotechnologie wurde in weiteren Laboren der Abteilung des Fraunhofer-Instituts deutlich. So gibt es Versuchsreihen mit Käfern, die sich der Untersuchung von Parkinson und dem Schutz vor der Krankheit widmen. Auf dem Gebiet des Weinbaus sei zum Schutz vor dem Traubenwickler ein Pheromondispenser entwickelt worden. Und in der präklinischen Forschung könne durch den Einsatz von Insekten die Zahl der Tierversuche mit Wirbeltieren wie Mäusen und Ratten reduziert werden.

Die Erforschung der Insektenbiotechnologie wird als »Loewe«-Schwerpunkt seit 2011 bis zum Ende dieses Jahres mit insgesamt 4,5 Millionen Euro gefördert. Vilcinskas wünscht sich, dass es anschließend mit Geldern aus dem Wissenschaftsministerium weitergeht. Ein entsprechender Antrag sei gestellt, so der Leiter der Abteilung Entomologie an der Universität. Derzeit sind am Institut im Europaviertel rund 30 Mitarbeiter aktiv.

Im Umweltministerium ist man von den bisherigen Ergebnissen der Erforschung der Insektenbiotechnologie begeistert. »Die anwendungsorientierte Forschung, die hier betrieben wird, verspricht schon jetzt interessante Ergebnisse für zukunftsweisende Technologien«, erklärte die Ministerin am Ende ihres Besuchs.

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